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Donnerstag, 16. Februar 2012

°.: Lesen - Bullough: Die Mechanik des Himmels :.°

Im Winter 1867 erkrankt der kleine Kostja Ziolkowski an Scharlach, muss isoliert werden, überlebt im Krankenhaus, ist aber fortan fast taub. Der Sohn einer verarmten Adelsfamilie aus Rjasan entwickelt ein großes Interesse an Geschwindigkeit und Technik, an den Sternen und dem Weltraum, bastelt sich selbst ein Hörgerät und erweist sich als überaus begabt. Seine Familie schickt ihn zum Studium nach Moskau, die Entbehrungen sind groß. Doch nichts scheint Konstantin, der sich als visionäres Genie entpuppt, aufhalten zu können. 
Auf einer realen Figur basierend, Konstantin Ziolkowski, dem Vater der russischen Raumfahrt, erzählt Tom Bullough die bewegende Geschichte eines Jungen und jungen Mannes, der seiner Liebe und Neigung folgt, allen Widrigkeiten trotzt und mit seinen Einsichten in visionärer Weise seiner Zeit voraus ist. Ein poetischer, atmosphärisch dicht geschriebener Roman über große Träume und große Ideen. (Verlag)



Meine Meinung:
Äußeres: Gefällt mir aus verschiedenen Gründen sehr gut. Erstens: Die Farbe. Das ist doch mal was Heiteres für einen biografischen Sachroman (Neologismen for the win! ;). Leider ist es nicht so, dass sich die Farbe im Ton des Inhalts wieder findet. Aber egal. Das Auge kauft mit.
Zweitens: Ich finde die Kombination aus Portrait und Formeln sehr gelungen. Tafelbilder mit wirren Notizen, die auf schweres Nachdenken schließen lassen, finde ich sowieso immer faszinierend. Genauso wie die Menschen, die mit diesen Dingen wirklich etwas anfangen können. 
Drittens: Irgendwie sieht der gute Mann aus wie Rübezahl. Oder geht es nur mir so? ;)


Sprache: Toll! Leider habe ich das Buch gerade nicht zur Hand, sonst würde ich ein Zitat anbringen. Aber die Sprache kann ich auch ohne Beispiel nur sehr loben. Die Bilder sind eigentlich durchgehend düster und auch ziemlich hoffnungslos (teilweise eklig), aber immer passend und genau auf den Punkt gebracht. Schon allein deswegen lohnt sich das Buch.


Inhalt: Also ich muss zugeben, dass ich den guten Herren nicht kannte. Auch nach der Lektüre habe ich nicht wirklich das Gefühl, dass ich Zugang zu ihm gefunden hätte, aber zumindest weiß ich jetzt, dass Konstantin Ziolkowski ein Visionär und wichtiger Denker für die Entwicklung der russischen Raumfahrt war.
Im Buch wird sein Leben beschrieben, wobei es meinem Empfinden nach hauptsächlich um seine Kindheit und Jugend geht. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich später eher schneller gelesen habe. Das wiederum lag daran, dass ich mit den mathematischen Formeln und den technischen Gedanken nicht viel anfangen konnte. Ich fühlte mich damit ein bisschen allein gelassen und mir haben die Erklärungen zu den Ideen ein bisschen gefehlt. 
Insgesamt hat mir das Buch gefallen, aber ich wüsste kaum jemanden, dem ich es wirklich empfehlen könnte, außer er interessiert sich eben für jene Hauptperson oder erfreut sich an unglaublich guter Sprache.

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