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Montag, 27. Februar 2012

°.: Hören - Vercors: Das Schweigen des Meeres :.°

Vercors: Das Schweigen des Meeres,
Gelesen von: Hans Korte
2 Std. 5 Min.


InhaltEin deutscher Offizier nimmt während der Besetzung in Frankreich bei einem alten Mann und seiner Nichte Quartier. Während der Deutsche allabendlich über die deutsch-französische Freundschaft monologisiert, schweigen seine Quartiersgeber – wie das Meer. Sein Respekt diesem Schweigen gegenüber und seine späte Einsicht in den Zynismus der Politik Hitlers machen die Erzählung zu einem eindringlichen Dokument französischen Selbstbewusstseins unter der deutschen Okkupation. Die Erzählung mit dem Essay von Ludwig Harig ist ein Schlüsselbuch zur deutschen Vergangenheit und ein einfühlsames Dokument der Einzigartigkeit menschlicher Begegnung in einer dunklen Zeit. (Verlag)


Meine Meinung:
Das war das erste Mal, dass ich ein Hörbuch mit Hans Korte gehört habe. Ehrlich gesagt sind Bücher/Hörbücher mit dem Thema Zweiter Weltkrieg nicht unbedingt mein Ding. In der Schule habe ich so viel darüber gehört, dass es wirklich nur sehr wenige Bücher schaffen, mich gefangen zu nehmen, wenn es um die Hitlerzeit geht. In diesem Fall war Hans Korte der Grund, aus dem ich das Hörbuch nicht abgebrochen habe. Seine Stimme hat etwas von einem Märchenonkel (auch wenn er an meinen Lieblingsmärchenonkel Hans Paetsch nicht heran kommt), die zwar in diesem Fall wirklich ernste Themen liest, aber trotzdem keine zu düstere Stimmung aufkommen lässt. Er ist als der alte Franzose, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, wirklich glaubhaft.
Nach der Erzählung habe ich das Hörbuch abgebrochen. In das Essay habe ich nur hinein gehört, da mich die theoretische Seite nicht wirklich interessiert hat.


Für diejenigen, die das Thema mögen, lohnt sich das Hörbücher. Für alle Anderen: Kann man sich anhören, muss man aber nicht.

Donnerstag, 23. Februar 2012

°.: Leben - Servicewüste Telekom :.°

"Und selbst wenn unser Techniker heute dort war und die Leitung beschädigt haben sollte, kann ich Ihnen da leider nicht weiter helfen."
Klingt seltsam? Habe ich aber heute so gehört.
Folgendes ist passiert: In der kleinen Buchhandlung, in der ich arbeite, entschloss sich heute gegen 11Uhr die Telefonleitung samt Verbindung zur Außenwelt, sich in den Urlaub zu begeben. Bestimmt geht es ihr gut, vielleicht wird sie uns eine Karte schicken, wir werden es hoffentlich erfahren.
Eigentlich alles halb so wild, man ist ja in unserem Job öfter zur Geduld gezwungen.
Was uns allerdings ein Lächeln und zu einem späteren Zeitpunkt die Wut ins Gesicht gezeichnet hat: Vor der Buchhandlung, auf einem Parkplatz, der nahezu perfekt war, um die Aufschrift zu lesen, parkte ein Wagen der Telekom. Es liefen auch Menschen in den benachbarten Eingang der Bank, verschwanden dann wieder und ließen uns - wie bereits erwähnt - ohne Telefonverbindung zurück.
Irgendwann kam meine Kollegin auf die Idee bei der Bank zu fragen, ob diese den noch nach außen käme oder Anrufe entgegen nehmen könne. Ergebnis: Ja, funktioniert alles, es war ja auch vorhin der Techniker der Telekom da.
Nachtigall ich hör'... egal.
Die Bankangestellten waren so nett, uns mal bei der Telekom anrufen zu lassen, um zu klären, ob die Folge der Ereignisse und die Anwesenheit des Technikers vielleicht in Zusammenhang gebracht werden könnten. Woraufhin meine Kollegin dann eben den einleitenden Satz dieses Blogeintrags zu hören bekam.
Die Servicedame der Telekom meinte nur, wir seien keine Kunden, gehörten zur Konkurrenz und deshalb wäre es vollkommen egal, ob ihr Techniker die Leitung geschrottet hätte oder nicht.
Fazit des Tages: Wir sind nicht Kunden bei der Telekom? Mit dieser hilfreichen und freundlichen Einstellung werden wir auch keine Kunden werden.

Samstag, 18. Februar 2012

°.: Lesen - Cotterill: Killed at the Whim of a Hat :.°

When crime reporter Jimm Juree is forced to follow her family from Chiang Mai to a fishing village on the Gulf of Siam, she's convinced her career is over. Her journalism will surely dwindle to reports on the annual monsoon-induced floods, for what crimes could possibly happen in such an out-of-the-way place? A local palm oil plantation owner and his worker are excavating a well. They dig down six feet and hit metal. It turns out to be the roof of an old Volkswagen combi, which, once unearthed, is found to contain two skeletons - one of them wearing a hat. A monk is murdered in Lang Suan, the nearest town. There is apparently no motive for the killing and no suspects are found. But there are odd connections between this killing and several others. Suddenly Jimm's new life becomes somewhat more promising - and a great deal more dangerous. (Publisher)


Meine Meinung:
Äußeres: Ich finde es ein wunderbar schräges Cover. Allein die Kombination der Motive, die im Buch vorkommen mit der großen Schrift... ziemlich großartig! Genauso strange, wie der Umschlag daher kommt, ist auch der Inhalt des Buches. Perfekte Verpackung, für das, was drin steckt.


Stil: Witzig! Cotterill schreibt natürlich nicht nur witzig. Damit würde ich ihm eindeutig Unrecht tun. Aber ich mochte seine neue Hauptfigur Jimm auf Anhieb. Gerade weil sie sarkastisch, selbstironisch und ein bisschen daneben ist. Aber wie sonst hätte man jemanden anlegen sollen, den man trotz seiner Gier nach Sensationsnachrichten (am allerbesten wäre ein blutiger Mord) noch sympathisch finden soll. 
Zur Sprache muss ich sagen, dass das Englisch gut zu lesen ist, aber ich immer wieder Schwierigkeiten mit den Thai-Referenzen hatte. Da ich mich in Thailand nicht gut auskenne, konnte ich viele Sachen einfach nicht einordnen. Wäre mir im Deutschen aber auch schwer gefallen. Sobald das Buch auf deutsch raus kommt, werde ich zum Vergleich mal reinsehen. Auf die Übersetzung bin ich nämlich gespannt. Ich könnte mir leider vorstellen, dass man die Leichtigkeit, mit der Jimm mit allem umgeht und die doch nicht banal ist, nicht so leicht zu übertragen ist.


Inhalt: Ich muss zugeben, dass mir das ganze Drum herum - also die Familiengeschichte, die Beziehung zwischen der Nonne und dem Priester und der schwule Polizist - viel mehr Spaß gemacht haben und ich sie auch interessanter fand, als die beiden Fälle. Natürlich hat es mich interessiert, wer es am Ende gewesen ist und wie der VW unter die Erde kam. Aber obwohl die Lösung etwas... ehm... schwammig ist, hat mich das nicht gestört. Ich denke, für hart gesottene Krimifans ist "Killed at the Whim of a Hat" nicht wirklich geeignet. Dafür passiert zu wenig Actiongeladenes. Aber wer mal wieder etwas für Zwischendurch lesen möchte, das nicht platt ist, ein bisschen Spannung und viele außergewöhnliche Charaktere zu bieten hat, der kann auf jeden Fall zu diesem Buch greifen. 

Donnerstag, 16. Februar 2012

°.: Lesen - Bullough: Die Mechanik des Himmels :.°

Im Winter 1867 erkrankt der kleine Kostja Ziolkowski an Scharlach, muss isoliert werden, überlebt im Krankenhaus, ist aber fortan fast taub. Der Sohn einer verarmten Adelsfamilie aus Rjasan entwickelt ein großes Interesse an Geschwindigkeit und Technik, an den Sternen und dem Weltraum, bastelt sich selbst ein Hörgerät und erweist sich als überaus begabt. Seine Familie schickt ihn zum Studium nach Moskau, die Entbehrungen sind groß. Doch nichts scheint Konstantin, der sich als visionäres Genie entpuppt, aufhalten zu können. 
Auf einer realen Figur basierend, Konstantin Ziolkowski, dem Vater der russischen Raumfahrt, erzählt Tom Bullough die bewegende Geschichte eines Jungen und jungen Mannes, der seiner Liebe und Neigung folgt, allen Widrigkeiten trotzt und mit seinen Einsichten in visionärer Weise seiner Zeit voraus ist. Ein poetischer, atmosphärisch dicht geschriebener Roman über große Träume und große Ideen. (Verlag)



Meine Meinung:
Äußeres: Gefällt mir aus verschiedenen Gründen sehr gut. Erstens: Die Farbe. Das ist doch mal was Heiteres für einen biografischen Sachroman (Neologismen for the win! ;). Leider ist es nicht so, dass sich die Farbe im Ton des Inhalts wieder findet. Aber egal. Das Auge kauft mit.
Zweitens: Ich finde die Kombination aus Portrait und Formeln sehr gelungen. Tafelbilder mit wirren Notizen, die auf schweres Nachdenken schließen lassen, finde ich sowieso immer faszinierend. Genauso wie die Menschen, die mit diesen Dingen wirklich etwas anfangen können. 
Drittens: Irgendwie sieht der gute Mann aus wie Rübezahl. Oder geht es nur mir so? ;)


Sprache: Toll! Leider habe ich das Buch gerade nicht zur Hand, sonst würde ich ein Zitat anbringen. Aber die Sprache kann ich auch ohne Beispiel nur sehr loben. Die Bilder sind eigentlich durchgehend düster und auch ziemlich hoffnungslos (teilweise eklig), aber immer passend und genau auf den Punkt gebracht. Schon allein deswegen lohnt sich das Buch.


Inhalt: Also ich muss zugeben, dass ich den guten Herren nicht kannte. Auch nach der Lektüre habe ich nicht wirklich das Gefühl, dass ich Zugang zu ihm gefunden hätte, aber zumindest weiß ich jetzt, dass Konstantin Ziolkowski ein Visionär und wichtiger Denker für die Entwicklung der russischen Raumfahrt war.
Im Buch wird sein Leben beschrieben, wobei es meinem Empfinden nach hauptsächlich um seine Kindheit und Jugend geht. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich später eher schneller gelesen habe. Das wiederum lag daran, dass ich mit den mathematischen Formeln und den technischen Gedanken nicht viel anfangen konnte. Ich fühlte mich damit ein bisschen allein gelassen und mir haben die Erklärungen zu den Ideen ein bisschen gefehlt. 
Insgesamt hat mir das Buch gefallen, aber ich wüsste kaum jemanden, dem ich es wirklich empfehlen könnte, außer er interessiert sich eben für jene Hauptperson oder erfreut sich an unglaublich guter Sprache.

°.: Lesen - Wood: Poison Diaries - Nightshade :.°


Sixteen-year-old Jessamine Luxton is heartbroken. Her true love, Weed, the strange but intriguing young man who came into her life so suddenly, has disappeared. How could he have left her with no farewell, and no word since?


Jessamine may not know why Weed vanished, but she does suspect that her own father, Thomas, may have had something to do with it. Thomas, who was so obsessed with Weed's secret knowledge of dangerous plants that he would do anything to learn it. This suspicion - and her experiences with poisons - have changed her. She is no longer innocent, and now she has her own intimate knowledge of the power of the plants.


She embarks on a journey into the unknown, the thread of hope that Weed is alive becoming ever thinner as she succumbs to the seductive powers of the poisons. Almost unrecognisable as the once innocent apothecary's daughter, Jessamine goes to great and dangerous lengths to forget the darkness in her heart. She is, after all, her father's daughter... (Publisher)

Meine Meinung:
Äußeres: *seufz* Leider wieder ein halbes Gesicht eines hübschen, jungen Models. Ich wünschte, die englisch-sprachigen Verlage würden sich wieder auf etwas Anderes besinnen. Es gibt so viele coole Ideen... und selbst wenn nur die Schnörkel auf dem Cover gewesen wären (wie beim ersten Teil), hätte das gereicht. 

Inhalt: Leider bin ich ein bisschen enttäuscht. Das erste Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Die Sprache ist natürlich weiterhin toll. Außerdem musste ich weiter lesen, um heraus zu finden, ob Jessamine wirklich aufwacht und Oleander damit los wird. Und ob Weed zurück kommt! 
In Nightshade wird mehr oder weniger das Ende des ersten Teils beschrieben. Aber leider ist es auch keine komplette Auflösung. Anstatt einfach diese eine Geschichte zu beenden, strickt Wood weiter und entfernt sich, meiner Meinung nach, immer weiter von der ursprünglichen Story mit den tollen Charakteren und der wunderbaren Stimmung. 
Man kann Nightshade als Folgeband von Poison Diaries lesen und hat auch seinen Spaß daran, aber mir wäre es lieber gewesen, Wood hätte den ersten Teil des zweiten Bandes mit in den Ersten gepackt und es damit gut sein lassen.