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Sonntag, 7. August 2011

°.: Lesen - Pflieger: Die Alchemie der Unsterblichkeit :.°

Kerstin Pflieger: “Die Alchemie der Unsterblichkeit”, kartoniert, Goldmann, 352 S., 12.00€


Inhalt:
Karlsruhe 1771: In düsteren Zeiten einer Hungersnot muss sich auch der junge Gelehrte Icherios Gedanken ums Überleben machen. Sein Traum ist es eigentlich, an der Universität Medizin zu studieren. Doch dabei steht ihm nicht allein das mangelnde Geld im Weg. 
Vielleicht bringt ihm der Auftrag einer Organisation weiter, die ihn als Inspektor in den Schwarzwald schickt. Icherios hofft, den Leiden in Karlsruhe zu entkommen und sich in Dornfelde einen Ruf aufzubauen. Dort soll er zwei brutale Morde aufklären und den Mörder zur Strecke bringen.
Bereits auf der Kutschfahrt in den tiefsten Schwarzwald überquert Icherios allerdings eine Grenze, an die er nie selbst geglaubt hätte. Blutlüsterne Irrlichter und unnatürlich große Wolfsgeschöpfe kreuzen seinen Weg. Und als er an seinem Ziel ankommt, sieht er sich Vampiren und Werwölfen gegenüber. Fabelwesen, deren Existenz der wissenschaftsgläubige Gelehrte zunächst einfach abstreitet. 
Bald allerdings ereignet sich ein weiterer Mord und Icherios muss sich mit der Realität abfinden, die ihm immer noch so unglaublich erscheint. Werwölfe, Vampire und Menschen existieren in Dornfelde nebeneinander und wenn der Gelehrte den Mörder nicht bald findet, der in der Stadt umgeht, ist auch sein eigenes Leben in großer Gefahr.


Meine Meinung:
Zuerst zum Cover: Mir hat die Aufmachung gleich gefallen. Erinnert mich an alte Scherenschnitt-Theater. Man erkennt sofort die Gruselelemente (auch wenn der Worg ja nicht derjenige ist, vor dem der Gelehrte Angst haben muss). Jetzt, da ich das Buch gelesen habe, finde ich das Cover sogar noch passender. Icherios verirrt im finsteren, gefährlichen Wald. ^^


Allgemein: Mir hat die Kombination aus Fantasy und Thriller sehr gut gefallen. (Kommt mir in letzter Zeit irgendwie häufiger unter.) Hier stand eindeutig die Thriller-Handlung im Vordergrund. Der blutrünstige Mörder - bei dessen Werk der Leser manchmal sogar zusehen muss - geht in Dornfelde um und gefährdet nicht nur die Bewohner der Siedlung, sondern auch das zerbrechliche Gleichgewicht, das zwischen Fabelwesen und Menschen herrscht. Es lastet viel Verantwortung auf dem jungen Icherios, der von Kerstin Pflieger sehr realistisch gezeichnet ist. Er findet sich im Verlauf des Buches immer mehr damit ab, dass es so etwas wie Vampire und Werwölfe gibt, d.h. er entwickelt sich weiter. Auch seine Schwächen sind sehr glaubhaft und machen ihn für mich sympathischer, als wäre er der absolute Held, der den Mörder durchschaut und schnappt, sobald er den Fuß über die Grenze von Dornfelde gesetzt hat. Bei Icherios bleibt beim Leser immer ein wenig die Befürchtung, dass er sich am Ende selbst ans Messer bringt. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Etwas Schwierigkeiten hatte ich bei den Namen und Titeln. Wer war doch gleich der Fürst und war der nun Vampir oder war das doch der Bürgermeister? Und wie hieß der nochmal? Das hat sicher etwas mit meiner Schwäche zu tun, mir Namen zu merken. Denn zumindest die Hauptagierenden konnte ich mir ab spätestens der Hälfte des Buches durchaus merken und ich konnte zuordnen, wen ich als Mörder am ehesten verdächtigen würde. Am Ende war es ein Anderer, aber das ist ja nur umso besser.


Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Endlich traut sich eine Autorin gegen die Glitzerwelle an zu gehen und Vampire und Werwölfe wieder klassisch und düster darzustellen! 
Manchmal war es ein bisschen zu brutal für mich, sodass ich die Mordszenen übersprungen habe, aber das tut der Spannung keinen Abbruch. Ich wollte in jedem Fall wissen, wer hinter den Morden steckt und ob es nun wirklich ein Mensch, ein Werwolf oder ein Vampir gewesen ist.
Den nächsten Teil werde ich sicher auch lesen. Und wenn es auch hauptsächlich deshalb ist, weil ich wissen möchte, was aus der armen Ratte wird! ;)


Hier noch der Link zur Seite der Autorin: http://www.kerstin-pflieger.net/

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