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Sonntag, 14. August 2011

°.: Lesen - Kristny: Die letzte Nacht des Jahres :.°

Gerdur Kristny: “Die letzte Nacht des Jahres”, HC, Bloomsbury, 176 S., ab 13 Jahren, 14.90€


Direkt neben einem Friedhof zu wohnen ist schon unheimlich genug, aber zu allem Übel haben sich ihre Eltern auch noch einen uralten Sessel beim Antiquitätenhändler gekauft, der Eyja regelrechte Gänsehaut bereitet. Zuerst sind es nur Ahnungen, die dem Mädchen verbieten, sich selbst in den Stuhl zu setzen. Doch dann wird ihr Vater krank, als er eines nachts in dem Möbel einschläft. Es wird so schlimm, dass ihr Vater ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. Und als auch noch ihre Mutter krank wird, steht für Eyja fest: Sie muss hinter das Geheimnis des Stuhls kommen und ihn loswerden! Auf der Straße trifft sie den Jungen Sölvi, der Eyja zunächst etwas seltsam erscheint. Nach einer Weile freunden sich die beiden jedoch an und zusammen versuchen sie hinter das Geheimnis des Sessels zu kommen.


Zum Cover:
Sehr schick. Hat mich ja sofort wieder zum Buch greifen lassen. Die Farben sind toll und auch der Titel ist perfekt ins Bild gefügt. Macht Lust, das Buch zu lesen, finde ich. Wirkt geheimnisvoll und gleichzeitig nicht mainstream. Gut gelungen.


Leseeindruck:
Für mich ist "Die letzte Nacht des Jahres" recht schwierig einzuordnen. Einerseits ist es eine klassische Gespenstergeschichte. Der Stuhl wird von etwas Bösem besetzt, das die Menschen krank macht. Und Eyja muss etwas bestimmtes tun oder jemandem Frieden geben, um das Böse zu vertreiben. So weit, so gut. Allerdings weiß ich nicht so genau, für wen das Buch gedacht ist. Einerseits wird sehr detailliert auf Eyjas Leben und ihre Schwierigkeiten/Erfolge in der neuen Schule eingegangen - etwas, das nichts mit der Geschichte des Stuhls zu tun hat. Andererseits ist da Sölvi, der eigentlich zum Haupterzählstrang gehört, aber erst sehr spät auftaucht und zunächst überhaupt nicht zuzuordnen ist.
Selbst ich weiß nicht genau, ob ich das Buch nun gut finde oder nicht. Am Erzählstil ist nichts auszusetzen, aber mir werden zu viele Stränge parallel eröffnet. Zum Ende hin werden sie zwar alle abgeschlossen und aufgelöst, aber einige finde ich einfach unnötig. Da hätte man sich meiner Meinung nach lieber auf Eyjas Geschichte oder die mit den Geistern konzentrieren sollen. Warum auch noch die Spanische Grippe eine Rolle spielen musste, weiß ich nicht. Es sollte wohl der rote Faden vom Stuhl in die Vergangenheit sein, aber auch das hätte man besser lösen können. Zuerst dachte ich ja, dass der Vater daran erkrankt. Wäre logisch gewesen. Aber doch nicht...
Mich lässt das Buch verwirrt zurück und ehrlich gesagt kann ich noch nicht einmal einschätzen, für welches Lesealter es geeignet wäre. Auch der Verlag schweigt sich darüber aus.

Insgesamt: Weder schlecht noch gut... irgendwie... einfach gar nicht. Großes Fragezeichen von meiner Seite. Vielleicht kann mir jemand seine Meinung sagen? ^^

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