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Mittwoch, 27. Juli 2011

°.: Leseeindruck - Cross: Das Mädchen mit dem Stahlkorsett :.°

Kady Cross: Das Mädchen mit dem Stahlkorsett, HC, Heyne, 368 S., €14.99
erscheint am 22. August 2011


Mein Leseeindruck rührt von der Leseprobe, die man auf der Seite des Verlages online einsehen kann. (Buchlink)

Erstmal zum äußeren Eindruck:
Ich habe im letzten halben Jahr einen Faible für Steampunk entwickelt. Das heißt, eigentlich gefällt mir Vieles, das aus den typischen Elementen besteht und mit dem Thema zu tun hat. Allerdings finde ich die Mischung des Covers nicht sonderlich gelungen. Die Schrift erinnert mich persönlich an Dinge, wie Emily the Strange - bloß in mädchenhaft pink - und passt nicht so recht zu dem auf altertümlich getrimmten Zeichenstil. Ein Hintergrund hätte meiner Meinung nach auch nicht geschadet. Insgesamt hätte ich zu diesem Buch bestimmt nicht als Erstes gegriffen.

Zum ersten Leseeindruck:
Zusammenfassend gleich am Anfang: Für mich liest es sich leider wie gewollt und nicht gekonnt. Gleich zu Beginn gibt es so viele lose Erzählfäden, seltsame Fakten, die eingeführt und gleich wieder verworfen werden... Ich finde es ein bisschen chaotisch und nicht besonders angenehm zu lesen. Finley und Griffin (Nachtigall, ich hör' dir... usw.) mögen sich später weiter entwickeln, aber beide sind mir auf den ersten Blick nicht sympathisch, weil zu heldenhaft skizziert und gleichzeitig zu glatt.

Insgesamt:
Ich werde das Buch nicht lesen. Schade um den Stoff, der sicher gar nicht mal schlecht ist. Schieben wir es vielleicht mal auf die Übersetzung... Aber das ändert primär einmal nichts an meiner Entscheidung.
Gibt es Gegenstimmen? Es würde mich wirklich interessieren, ob und warum jemand die ersten Kapitel richtig gut fand.

Donnerstag, 21. Juli 2011

°.: Leben - Kino: Naokos Lächeln :.°

Naokos Lächeln - nach dem Roman von Haruki Murakami

Vielleicht hätte ich das Buch vorher lesen sollen. Murakamis Kurzgeschichten habe ich irgendwann geschenkt bekommen und sein Stil hat mir unheimlich gut gefallen. Als ich das Plakat gesehen habe, war es ein schneller Entschluss, den Film anzusehen, ohne die geringste Ahnung zu haben, um was es in der Geschichte geht. Absurd würde er sein und anders. Ist er auch.

In einem kleinen Flyer habe ich kurz vor Beginn der Vorstellung gelesen, dass es sich um eine Liebesgeschichte handeln sollte. Eine komplizierte, wie bei Murakami zu erwarten war.
Wie diese Beziehungskiste allerdings gestrickt war, hat mich dann doch sehr überrascht. In dem ziemlich leeren Kino (hier wurde der Film nur im 'Spezialkino' nicht in den großen Palästen gezeigt) mit den roten Stoffsesseln kam ich mir bei den Dialogen auf der Leinwand aber dann schon fast ein bisschen verrucht vor. Der Kontrast zwischen Bild, Schauspiel und Text war so krass, dass ich manchmal fast peinlich berührt kichern musste. Ob das so beabsichtigt war, ist mir schleierhaft. Aber leider habe ich außer diesem Gefühl des 'fehl am Platze'-seins wenig aus diesem Film mitnehmen können. Die Schauspieler haben sicherlich tolle Leistungen vollbracht und die Kulisse Japans ist einfach zauberhaft. Aber noch einmal würde ich mir Naokos Lächeln nicht ansehen.

Der Alternativplan: Gefährliche Geliebte von Herrn Murakami lesen?

°.: Lesen - Falk: Das Wunder von Treviso :.°


Susanne Falk: “Das Wunder von Treviso”, HC, Kindler, 256 S., 16.95€

Treviso ist ein kleines, verschlafenes Örtchen. Man könnte fast sagen... ein gottverlassenes Dorf in Italien. Genau damit möchte sich Don Antonio, der Pfarrer der winzigen Gemeinde, nicht länger abfinden. Wenn die Ortschaft nebenan wegen einer aufgeblasenen Werbekampagne zum Touristenmagneten werden kann, warum sollte Treviso es dann nicht können? Kaum ist der Entschluss gefasst und ein fähiger Komplize gefunden, bewerkstelligt der tüchtige Pfarrer ein Wunder: Eine Madonnenstatue, die rote Tränen weint. 
Nun ja, die Madonna weint schlechten Rotwein auf Knopfdruck einer Fernbedienung. Doch zunächst stört das niemanden. Don Antonios Plan scheint aufzugehen, das Dorf wird von Pilgern geradezu überrannt. Und das, obwohl die Nachbargemeinde sogar mit Straßensperren versucht, sie davon abzuhalten.
Alles läuft also hervorragend in Treviso: Die Geschäfte machen mehr Umsätze, Don Antonio kann seine Schäfchen bald in verschiedenen Sprachen zum Gottesdienst willkommen heißen und für seine Schwester bahnt sich etwas an, mit dem sie in ihrem Alter wahrlich nicht mehr gerechnet hätte.
Es könnte alles perfekt sein... wären da nicht die Briefe vom Vatikan, in denen der Besuch eines Abgesandten angekündigt wird. Zur Prüfung des Wunders von Treviso.

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Mein Eindruck:
Schon bei Vorablesen haben mir die ersten Kapitel ausgesprochen gut gefallen. Das Buch liest sich locker, lustig und hat trotzdem eine sehr schöne Sprache. Die einzelnen Persönlichkeiten der Dorfbewohner sind absolut liebenswert und ich persönlich habe mir ein Happy End für alle von ihnen gewünscht, auch wenn das zu vielen Zeitpunkten eher unwahrscheinlich schien. 
Mir hat das Buch vor allem wegen des nachvollziehbaren Verlaufs der Geschichte gefallen. Niemals driftet das Ganze ins Absurde ab, obwohl allein die 'Erfindung' eines Wunders darauf schließen lassen könnte.

Mir hat das Buch sehr viel Freude und Schmunzeln bereitet. Leichte Lektüre, die sehr viel Spaß macht!