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Mittwoch, 8. Juni 2011

°.: Audiobook - Das Labyrinth der Wörter :.°

Marie-Sabine Roger: Das Labyrinth der Wörter, Audiobook, Hoffmann und Campe, 15.00€

Germain Chazes lebt in der Vorstellung die seine Mutter für ihn geschaffen hat. Von Anfang an war ihr das Kind ein Dorn im Auge. Als Dummkopf beschimpft von der eigenen Mutter hat Germain nie daran gedacht, über den Rand seiner kleinen Welt hinaus zu sehen. Diese besteht aus Treffen zum Feierabendbier mit seinen Freunden, Frauengeschichten und seinem Beruf. 
Das ändert sich, als zwei starke Frauen in sein Leben treten und seine Sicht auf das Lernen, das Leben und sich selbst vollkommen verändern: Zuerst ist da Annette, die Germain zeigt, dass es zwischen Mann und Frau nicht nur um Sex, sondern auch um Gefühle gehen kann. Und dann Margueritte, die Germain gern als seine Großmutter adoptieren möchte. Sie hat er im Park auf einer Bank kennen gelernt. Zuerst zählen sie zusammen tauben, unterhalten sich bald über die Bedeutung der Wörter, ihrer Rolle im Leben und schließlich lesen sie sich Geschichten vor. Etwas, das Germain sich nie hätte vorstellen können. 

Meine Meinung:
Die Idee der Geschichte hat mich angesprochen. Bereits als das Buch gebunden auf den Markt kam, habe ich mich wegen des Covers und des Klappentextes dafür interessiert. Grundsätzlich finde ich die Erzählung auch gut. Was mich allerdings gestört hat und hauptsächlich dafür sorgt, dass ich das Buch nicht gut bewerte, ist die Sprache. 
Natürlich sehe ich ein, dass Germain ungebildet ist, sich in einer Schicht bewegt, die nicht dazu beiträgt, dass seine Sprache sich verfeinert, aber deswegen muss doch sein Vokabular nicht derart herunter geschraubt werden. Ich hätte ihm seine etwas naive Art wohl eher abgekauft, wenn er nicht so derb dargestellt worden wäre. Im Bezug auf seine Wandlung, in der er sich für Camus zu interessieren beginnt, wäre es anders sogar glaubhafter gewesen.
Wahrscheinlich liegt meine schlechte Bewertung auch daran, dass mir die Hörbuchbearbeitung nicht gefallen hat. Die Stimme passte genau ins grobschlächtige Bild.
Ich habe das Audiobook zwar zuende gehört, aber für mich ist es leider kein Tipp. Vielleicht als Buch, in dem man sich die Stimme selbst denken kann.

Von mir nur einen Stern.

Dienstag, 7. Juni 2011

°.: Lesen - Leseeindruck: Das Wunder von Treviso :.°

Susanne Falk: Das Wunder von Treviso, 
Kindler Verlag
erscheint am 15.7.2011

Nach einiger Zeit habe ich mal wieder auf "vorablesen.de" vorbei geschaut und mir die pdf-Datei zu "Das Wunder von Treviso" zu Gemüte geführt. Ich hatte schon vorher Gutes zu diesem Roman gehört und kann sagen, dass die Leseprobe mich sehr neugierig macht.

Zuerst zum Cover: Von der Aufmachung her hat mich das Buch nicht unbedingt angezogen. Auf den ersten Blick fiel es für mich in die Kategorie: "Gezwungen witzige Erlebnisse im fremde-Kulturen-Dschungel". Ich finde, für die Stimmung des Buches hätte man sich auch ein etwas aufwändigeres Cover aussuchen können. Auch die Sprache entspricht nicht dem, was ich normalerweise bei dieser Aufmachung vermuten würde. Ich würde sagen: Der Inhalt erfüllt mehr, als die Verpackung verspricht.

Erster Leseeindruck: Mir gefällt die Art der Beschreibungen. Angefangen bei der Szene in der Oper, bei der ich den kleinen, gelangweilten Jungen richtig vor mir gesehen habe, als er versuchte, seiner Schwester die Haare mit einem Kaugummi an den Sessel zu kleben. Die Gedankenwelt der Nonna ist ebenfalls köstlich beschrieben und die plötzlichen Kertwenden im Erzählstrang regen sehr zum Schmunzeln an. Besonders gut hat mir der Schluss des Einstiegs gefallen, der (hoffentlich) auf ein späteres Ereignis im Buch hinweist.

Die kleinen, netten Details bleiben auch bei der Beschreibung des Dorfes vorhanden. Die Bilder sind sehr schön gewählt und lassen die Umgebung vor dem inneren Augen absolut zuverlässig entstehen. Mir gefiel das charmante Dörfchen auf Anhieb. Vor allem der Laden mit den uralten Kalendern. Das wäre ein Photo während des Italienurlaubs auf jeden Fall wert gewesen.

Was der Plan des Pfarrers ist, um die Gemeinde wieder auf die Landkarte zu bringen, ist sofort klar. (Wird auch im Klappentext klar vorgestellt.) Aber gerade die Andeutung mit der Herdplatte, an der er sich später verbrennen wird/könnte, macht es wieder spannend.

Ich persönlich würde das Buch sehr gern lesen, weil mir der Schreibstil gefällt und es mich interessiert, ob aus der Geschichte wirklich etwas Mitreißendes gebaut wird. Ich könnte mir leider auch vorstellen, dass die Idee bald verbraucht ist und sich im Sande verläuft.