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Donnerstag, 26. Mai 2011

°.: Leben - banana-free :.°


Lord! when you sell a man a book you don't sell just twelve ounces of paper and ink and glue - you sell him a whole new life.  Love and friendship and humour and ships at sea by night - there's all heaven and earth in a book, a real book.  ~Christopher Morley

PS: My job is so amazing! :D

Dienstag, 24. Mai 2011

°.: Lesen–Jim C. Hines "Drei Engel für Armand" :.°

Jim C. Hines: “Drei Engel für Armand”, TB, Bastei Lübbe, 9.99€


Gerade ist Danielle Whiteshore (den Menschen und Elfen im Königreich besser bekannt unter dem Namen Aschenputtel) von ihrer Hochzeitsreise mit ihrem Prinzen zurück, als die finstere Vergangenheit in Form ihrer Stiefschwester erneut durch die Tür tritt. Nicht nur ist die Schwester verbittert, leidet immer noch unter der Schmach, ihrem verstümmelten Fuß und dem späteren Tod ihrer Mutter, sondern sie kann plötzlich auch zaubern. Danielle muss sich vor ihrer bösen Stiefschwester in Acht nehmen und wäre da nicht die seltsame Dienerin Talia, hätte die neue Prinzessin den Familienbesuch nicht überlebt. Trotz der Bemühungen der Palastwachen und Talia, kann die Stiefschwester fliehen. Und zu allem Übel ist auch noch Danielles Mann, der Prinz Armand entführt worden. Entschlossen, herauszufinden was überhaupt um sie herum passiert, schließt die frisch gebackene Prinzessin sich Talia an und muss feststellen, dass diese nicht die ist, die sie zu sein scheint.
Talia (alias Dornröschen) und Schnee (alias Schneewittchen) machen sich im Auftrag der Mutter des Prinzen mit Danielle auf den Weg, um die bösen Stiefschwestern zu finden. Im ehemaligen Haus der Familie, in dem Danielle ihre Rolle des Aschenputtels zurück gelassen hat, kommt es zum magischen Kampf. Der Baum, in dem noch der Geist von Danielles Mutter gelebt und ihr im bekannten Märchen immer geholfen hatte, wird dabei vollkommen zerstört. Die junge Prinzessin ist am Boden zerstört, doch in ihrem Entschluss umso mehr bestärkt, die miesen Machenschaften ihrer Stiefschwestern aufzudecken und ihren Prinzen aus deren Klauen zu befreien.

Meine Meinung: Die Idee das Märchen weiter zu spinnen und vor allem auf eine Weise, die sich vollkommen von ‘und sie lebten glücklich bis an ihr Ende’ unterscheidet, hat mir sofort gefallen. Allein deswegen und weil die Prinzessin, mit Hilfe von zwei anderen Märchenfiguren, ihren Prinzen retten darf, habe ich zum Buch gegriffen. Allerdings hat mich Aschenputtel/Danielle von Anfang an nicht überzeugt. Sie war wenig heldenhaft und hatte für mich auch nicht das Potential, das in einer Art zu ändern, die mich später im Buch mitgerissen hätte. Talia und Schnee hatten da allein wegen ihrer lange verborgenen Hintergrundgeschichte mehr Ecken und Kanten. Allerdings hat Jim C. Hines diese meiner Meinung nach auch nicht ausreichend ausgereizt. In der Geschichte lief alles trotz irgendwelcher Fallen, Feinden und Ähnlichem einfach zu glatt. Und am Ende stand der Prinz, dem ich dafür danke, dass er nicht der von mir erwartete Waschlappen war, sondern sogar ganz charmant für die Situation, in die man ihn geworfen hatte.
Insgesamt würde ich das Buch nicht unbedingt empfehlen. Nette Idee, Ausführung aber leider nicht mitreißend.

Montag, 16. Mai 2011

°.: Lesen–Julie Kagawa ‘Plötzlich Fee’ :.°

 

Julie Kagawa: Plötzlich Fee – Sommernacht, HC, Heyne, 16.99€

Auf einmal ist alles anders. Von einem Augenblick zum Nächsten verändert sich die Welt, die Meghan zu kennen glaubte. Ihr kleiner Bruder, immer voller Lachen und guter Laune verwandelt sich in die leibhafte Bosheit. Meghans bester Freund erzählt ihr seltsame Geschichten über das Reich der Feen und dass sie dort nicht nur ihren wahren kleinen Bruder, sondern auch ihren lange verschollenen Vater wiederfinden kann.

Was bleibt Meghan für eine Wahl, als plötzlich auch ein dunkler, junger Mann auftaucht, der versucht sie mit Pfeilen zu töten und sie verfolgt?

Es ist ihr sechzehnter Geburtstag. Eigentlich hätte alles wunderbar werden sollen. Ein perfektes Date, der Führerschein… Und jetzt ist Meghan… plötzlich Fee.

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Es wird ziemlich schnell klar, dass Meghan Chase mit ihrem besten Freund durch den Wandschrank in die Feenwelt von Oberon und Titania tritt. Doch diese Welt ist nicht voller Glitzer, Glimmer und süßer Düfte. Ganz im Gegenteil lauern unter jedem raschelnden Blatt Gefahren, scharfe Zähne oder düstere Gestalten, die Meghan aus zunächst undurchsichtigen Gründen töten wollen.

Mir hat gerade diese Düsternis und die Interpretation der Wesen gefallen, die sich in Oberons Reich tummeln und der Heldin immer wieder im Weg stehen. Angefangen bei den Meerjungfrauen, die mit Haigebissen an Meghan knabbern wollen.

Man muss eine ganze Weile auf die Entwicklung der Liebesgeschichte warten, die für mich vor allem von der Konkurrenz der beiden Männer lebt. Die Entwicklung lässt sich nachvollziehen, auch wenn für echte Romantik-Fans die Geschichte bestimmt zu früh endet. Ich nehme an, dass im zweiten Teil noch der größere Part folgen wird.

Auch die Auflösung des Romans, die eben nicht in die Richtung geht, die man wegen der vielen Anspielungen erwartet, ist gut gemacht. Ich freue mich auf den zweiten Teil, der laut Verlag am 3. Oktober diesen Jahres erscheint.

Freitag, 13. Mai 2011

°.: Audiobook - Wir werden zusammen alt :.°


Camille de Peretti: Wir werden zusammen alt, Audiobook, Hörbuch Hamburg, 19.95€ 
(gekürzte Lesung)


Es ist eine eigene kleine Welt - die Residenz Les Bégonias. 
Hier gibt es die Oberen, die Geduldeten, diejenigen, die anders sind und doch verbindet sie alle die Tatsache, dass sie wohl ihren Lebensabend hier verbringen werden. In einer kleinen, feinen Seniorenresidenz, wo sich jeden Tag Schicksale abspielen, Beziehungen aufblühen und vergehen und die Nacht teilweise schwer auf den Betten der Bewohner lastet.

Viele Dramen im Kleinen sind es, die Camille de Peretti am Ablauf eines Tages darstellt. Mit Angabe von Uhrzeit und Raum führt sie den Leser durch das Les Bégonias, fängt Gespräche auf, durchleuchtet zwischenmenschliche Verhältnisse und bringt schließlich mit dem Tag auch so manche Lebensgeschichte zu einem Ende.

Zum Audiobook:
Zuerst muss ich zugeben, dass mich allein das Cover und der Kurztext des Buches, wie auch des Audiobooks nicht angesprochen haben. Ehrlich gesagt, dachte ich nicht, dass ich wirklich in die Zielgruppe passe oder mit dem Thema etwas anfangen könnte.
Dass ich über das Audiobook gestolpert bin, war reiner Zufall. Als ich allerdings angehört habe, es im Auto zu hören, stand ich anschließend noch eine halbe Stunde auf dem Parkplatz, weil ich weiter hören wollte.

Die Geschichte ist gerade durch die Darstellung in Perspektiv- und Raumwechseln sehr mitreißend. Immer wieder die Innensicht und damit die Auffassung aller Charaktere dargestellt zu bekommen, ist unglaublich spannend. Ich ging der Autorin immer wieder auf den Leim, indem ich zuerst der Perspektive und den Stimmungen einer Person folgte, bloß um im nächsten Moment über deren Wirkung nach außen oder ihre Beweggründe aufgeklärt zu werden. Schon wieder drehte sich alles und ich musste meinen eigenen Standpunkt ändern. 
Der Schreibstil ist sehr ausgefeilt und hat mir gut gefallen, obwohl ich das Schaubild, das dem Buch anhängt, nicht kenne und mich damit auch nicht beschäftigt habe. Genießen lässt sich die Geschichte auch ohne die 'technischen Hintergründe' zu kennen.

Zur Sprecherin:
Hat mir unglaublich gut gefallen. Die verschiedenen Charaktere sind sehr schön inszeniert. Vor allem hat mich beeindruckt, dass nicht mit verstellter Stimme gearbeitet wurde, sondern nur mit leicht unterschiedlichen Stimmlagen. Trotzdem konnte man die Charaktere ohne Probleme unterscheiden und jeder hatte seine kleine, spezielle Note.

Insgesamt:
Eine absolute Empfehlung! 


°.: Lesen - Leben - mediacampus :.°

Wie schön!
Nein, ganz ehrlich. Beim letzten Mal, als ich hier war, hatte ich vorher den 'Reiseführer' gelesen, extra wenige Bücher in meinen sowieso viel zu vollen Koffer gepackt und dann... war die Bibliothek geschlossen. Die gesamten neuen Wochen lang!
Kann man sich das Drama und die aufgewühlten Gefühle vorstellen, die in mir tobten? Doch, kann man. Umso besser. Noch dazu war es Winter, draußen lag teilweise hüfthoch Schnee (was mich zugegeben begeistert hat) und ich hatte zu wenig Bücher dabei. Schrecklich.
Aber diesmal ist diesbezüglich alles besser. Die Bibliothek ist geöffnet, frei und fast jederzeit zugänglich und ich habe bis jetzt schon einige Favoriten, die in den neun Wochen noch gelesen werden müssen.

Bis jetzt habe ich geschafft:
1.
D. Inkiow - "Die Abenteuer des Odysseus" (Den Erzählstil finde ich immer wieder klasse.)
2. K. Boie - "Verflixt ein Nix" (Fand ich nicht so toll. Der Junge ist mir zu passiv.)
3. M. Borlik - "Der 13. Engel" (Fantasy endlich mal für Jüngere. Schon ab 10 und trotzdem spannend.)
4. C. Funke - "Zwei wilde kleine Hexen" (Nett und lustig.)
5. M. Morpurgo - "Das Gespenst mit den roten Augen" (Eine neue Entdeckung! Total süß!)
6. M. Morpurgo - "Die schwarze Hexe"
7. M. Arold - "Ella Vampirella"
8. R. Isau - "Der Drache Gertrud" (Ich trau mich gar nicht, zu einem anderen Buch von ihm zu greifen. Der Stil ist toll, aber die Jugendbücher sind die totalen Schinken. Würde sich bestimmt lohnen.)
9. L.J.McDonald - "Der Krieger der Königin" (lese ich gerade)
10. J. Hines - "Drei Engel für Armand" (dazwischen geschoben - leider nicht so toll)
11. R. Isau - "Der Leuchtturm in der Wüste"
12. J. Cabré - "Die Stimmen des Flusses" - Audiobook
13. Y. Khadra - "Die Attentäterin" - Audiobook
14. P. Mercier - "Nachtzug nach Lissabon" - Audiobook (so lange habe ich mich von diesem Buch fern gehalten. Hätte ich nicht tun sollen. War wirklich schön.)
15. M. McDonald - "Judy Moody sieht in die Zukunft" (süß) 

Bestimmt fällt auf, dass das eigentlich Kinderbücher und sogar schon "Klassiker" sind, aber diesbezüglich habe ich noch Einiges aufzuholen und es bietet sich gerade an, weil ich dann ca. ein Buch am Tag schaffe. Freut mich sehr!
Ich werde die Liste fortsetzen und bin schon ganz gespannt, auf wie viele Bücher ich am Schluss komme.

Freitag, 6. Mai 2011

°:. Lesen - Marzi "Lycidas" .:°

Christoph Marzi: Lycidas (Sammelband), broschiert, 880 S., Heyne, 10.00€

Als die kleine Emily eines Nachts Besuch von einer sprechenden Ratte erhält, weiß sie, dass nichts in ihrem Leben so bleiben wird, wie es einmal war. Nicht, dass sie ein gutes Leben in dem kleinen Waisenhaus in einem Armenviertel Londons führen würde. Doch dass sie auf der Suche nach dem Geheimnis ihrer Herkunft eine phantastische Stadt unter den Straßen Londons entdecken würde und schon bald von den seltsamsten Wesen verfolgt wird – das hätte sich Emily selbst in ihren kühnsten Träumen nicht ausgedacht.

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Meine Meinung zu diesem Buch ist eigentlich eher unschlüssig. Einerseits kann ich all den Menschen zustimmen, die sich an den vielen Wiederholungen reiben, andererseits kommt gerade dadurch so mancher Witz zustande. Ansonsten ist der sprachliche Stil kein Meisterstück, aber auch sicherlich nicht zu stark zu bemängeln. Es ist ja auch kein Buch, zu dem man eine wissenschaftliche Arbeit verfassen möchte, sondern das zum Schmökern einlädt. Und das tut es auf jeden Fall.
Das London, das mich von Anfang bis Ende an eine - wenn auch sehr düstere - Schneekugel erinnert hat, gefällt mir ausnehmend gut. Genauso, wie die Interpretation und die Monster der Hölle. Einfach mal etwas Anderes. Ist es an dieser Stelle peinlich zuzugeben, dass ich Lycidas nicht sofort erkannt habe, als er sich den Mädchen anschloss? Sehr gelungene Irreführung, auch wenn man schon sehr früh hätte darauf kommen können.
Was für mich allerdings als der größte Pluspunkt für "Lycidas" spricht, ist die Hauptperson. Endlich einmal kein perfektes, nur missverstandenes Mädchen, dem alles sofort gelingt, sobald die neue, magische Welt sich für sie auftut. Emily gefällt mir schon allein deshalb, weil sie äußerlich nicht perfekt ist. Aber das Sahnehäubchen ist die etwas angenervte Art ihrem "Lehrer" gegenüber und ihr Sarkasmus.
Wie gesagt, auch für mich gibt es an dem Buch Dinge, die man hätte besser machen können. Aber ich habe keinen langen Moment gezögert, mir den zweiten Teil zu kaufen und sofort zu lesen.

Donnerstag, 5. Mai 2011

°.: Lesen - Rosenløw Eeg "Brennweite" :.°

Harald Rosenløw Eeg: Brennweite - Spiel mit dem Feuer, gebunden, 192 S., Gerstenberg, 14.95€


Die Chance für einen vollkommen neuen Anfang. Dag bekommt nicht nur einen anhänglichen, kleinen Adoptivbruder, eine neue Kamera und eine treue Katze, sondern auch ein neues Leben. 


"Das Taxi, das mich zu dem braunen Haus mitten im Wald gebracht hat, ist gerade den Kiesweg entlang wieder weggefahren. Und die Dame, die ich eben erst kennen gelernt habe, die mich aber gebeten hat, sie und ihren Mann 'Mama' und 'Papa' zu nennen, macht das Fenster auf..."


Hier fragt ihn niemand nach seiner Vergangenheit. Nach dem Brand, bei dem sein leiblicher Bruder vor Jahren umgekommen ist und von dem Dag weiß: Es war alles seine Schuld.
Jetzt und hier in seinem neuen Zuhause könnte alles so einfach für ihn sein. Er könnte zur Schule gehen, nachmittags im Wald oder am See abhängen oder sich mit Gloria treffen, die es ihm vom ersten Moment an angetan hat. 
Wäre da nicht das Misstrauen gegenüber den Menschen, die ihm nichts Böses wollen. Für Dag ist es viel leichter, sich zurück zu ziehen, als sich dieser für ihn unerwarteten Chance zu öffnen.


"Sie zeigt unter den Küchentisch.
'Willst du nicht unseren Kater begrüßen?', fragt sie vorsichtig.
'Nein, danke', sage ich schnell und wende mich ab. Betrachte die herzförmigen Topflappen, die neben dem Herd hängen. Bis auf die verirrte Fliege im Fensterrahmen ist es ganz still. Und ich habe nichts dagegen, weder gegen die Fliege noch gegen die Stille. Ganz im Gegenteil. Ich bin potenzieller Gewinner im Spiel 'Stiller Kaiser', und wenn Schweigen Gold ist, dann bin ich auf jeden Fall gut genug für Bronze."

Für ein Schulprojekt filmt Dag mit seiner Kamera, die er von 'Mama' geschenkt bekommen hat, alles, was ihm vor die Linse kommt. Den Weg zur Schule, den er mit einem alten Klapprad zurück legt, den kleinen Bruder, die Katze und schließlich auch sich selbst. Schließlich wird Dag vom reinen Beobachter in die Rolle des Beteiligten gezogen. Er hält sich nicht mehr von allem fern, sondern öffnet sich zumindest vor der Kamera.

"Er ignoriert alles und will beweisen, dass er an meiner Hand schnurren kann, ganz gleich, was ich auch getan habe. Und wenn jemand so sicher in seiner Haltung mir gegenüber ist, dann beginne ich zu zweifeln und muss es einfach austesten. Auch wenn es nur ein Kater ist, mit dem ich da rede.
Also erzähle ich es ihm, während das Band läuft. Ich sage ihm, was Sache ist. Ich erzähle ihm alles. Alles, wovon Mama und Papa nichts wissen. Dass es alles meine Schuld ist. Dass ich derjenige war, der es getan hat. Damit ich es auf Band habe."

Dag beginnt Vertrauen zu fassen. Vorsichtig und immer bereit, sich wieder zurück zu ziehen. 
Schließlich holt ihn seine Vergangenheit doch ein und Dags neues Leben gerät in Gefahr.

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Brennweite - Spiel mit dem Feuer ist trotz des Themas kein schnelles Buch. Da es vom Verlag als "Thriller" eingeordnet wird, hatte ich etwas ganz Anderes erwartet, als die einfühlsame Geschichte des jungen Dag. Zuerst war ich etwas irritiert davon, dass mir keine Feuersbrunst aus den Seiten entgegen schlug oder ich einen Feuerteufel vor Augen hatte, der den Stempel "böse" auf der Stirn trägt. Im Gegenteil. Als Ich-Erzähler war Dag mir von der ersten Seite an sympathisch - trotz der aufgesetzten Abwehrhaltung und der Art, wie er jeden positiven Aspekt einfach abblockt. Harald Rosenløw Eeg ist es ohne Zweifel gelungen, seinen Hauptcharakter nachvollziehbar darzustellen. Trotz der Zwischeneinblendungen aus Dags 'früherem Leben' - die darauf hinweisen, dass er sehr wohl Schuld am Tod seines Bruders trägt - ändert sich dieses positive Bild das ganze Buch über nicht. Man versteht sowohl die Vergangenheit, wie auch Dags Verhalten in der Gegenwart, das daraus resultiert. 
Ich persönlich hatte ein bisschen Bedenken, wie Rosenløw Eeg dieses Buch zu einem Ende bringen kann. Dag konnte sich nicht auf einmal um 180Grad drehen und seine Schuldgefühle konnte ihm niemand so einfach nehmen. Ein absolutes Happy End war weder möglich, noch hätte es zur Geschichte gepasst. Die Lösung ist allerdings sehr gut geschrieben und auch glaubhaft, da sie relativ offen bleibt. 

Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, bei dem man aber vom Begriff 'Thriller' von Anfang an abrücken muss.

**° Last Chance to see °**


Die Letzten ihrer Art (engl. Originaltitel: "Last Chance to see") - Dokuserie mit Stephen Fry und Mark Carwardine
ausgestrahlt auf ARTE (4. - 8.4.2011)

Vor zwanzig Jahren machten sich Mark Carwardine und Douglas Adams (der bekannte Autor der Reihe 'Per Anhalter durch die Galaxis') auf die Suche nach den damals gefährdeten Tierarten der Erde. Aus ihrer erlebnisreichen Reise entstand eine Radioshow und ein Buch, das die beiden zusammen veröffentlichten.
Da Douglas Adams 2001 verstarb, konnte er am Projekt der BBC, die Spuren der damaligen Reise mit einem Fernsehteam zu verfolgen, nicht mehr teilnehmen. Sein langjähriger Freund Stephen Fry begleitete daher Mark Carwardine auf seinem Besuch bei den bedrohten Tierarten unserer Zeit.

Bei der BBC lief die Doku bereits 2010 und ARTE brachte sie 2011 ins deutsche Fernsehen. 
Mark und Stephen besuchten viele der Arten, die damals ebenfalls schon auf der roten Liste standen. Angefangen beim weißen Nashorn, über die Berggorillas, bis hin zu den Komodowaranen.
Wie ich schon nach der Lektüre des Buches heraus gefunden hatte, konnten die beiden allerdings ein paar der Tierarten nicht mehr aufspüren und für das Fernsehpublikum zugänglich machen. Sie sind bereits vollkommen ausgestorben.
Allerdings hinterließ die Serie bei mir nicht den gleichen traurigen Nachklang, wie es das Buch tat. Dafür waren die Aufnahmen trotz ihrer ernsthaften Hintergründe zu sehr von dem Witz und Zusammenspiel der beiden 'hosts' geprägt. Was einerseits angenehm war, andererseits ein Stück weit... dem Sinn der Sendung entgegen wirkte?
Mir hat die Serie gefallen, aber das Buch ist um Klassen besser und spukt einem sehr viel länger und nachhaltiger im Kopf herum. Und das, obwohl es aus den 1980ern ist.

Mein Fazit: Serie gucken, aber auch unbedingt das Buch lesen.