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Freitag, 30. Dezember 2011

°.: Challenges 2011 :.°

Morgen ist es soweit, das frische Jahr beginnt.
Auf die entsprechenden Parties kann man sich freuen... oder nicht. In meinem Fall ist es die Vorfreude auf einen gemütlichen Spieleabend mit Freunden und das Ausbleiben des 'Böller-' und Alkoholkonsumzwangs. Juhu! :D

Außerdem bedeutet der Start des neuen Jahres einen kleinen Rückblick. Und damit sind wir beim Thema:
Challenges 2011. ^^

Es war mein erstes Challenge-Jahr überhaupt und selbst wenn ich die Jugendbuch-Challenge absolut nicht geschafft habe, bin ich ganz zufrieden mit mir. Insgesamt habe ich dieses Jahr über 60 Bücher gelesen. Und ich finde, für den Anfang kann sich das sehen lassen.

Vielen Dank an diejenigen, bei deren Challenge ich dabei sein konnte und die sich so super um die Organisation gekümmert haben. Ich werde sicher immer wieder vorbei schauen, um nach neuen Herausforderungen Ausschau zu halten.
Allen Gewinnern: Herzlichen Glückwunsch! :D

Die Infos zu den neuen Challenges gibt es nächste Woche und damit im neuen Jahr!

Kommt gut in 2012 an und habt Spaß!
Carrie

Sonntag, 18. Dezember 2011

°.: Lesen - Chick: Der geheime Zoo :.°

Bryan Chick: Der geheime Zoo, RoRoRo, 288 S., ab 10 Jahren, 12.99€


Ungewöhnliche Dinge gehen im Zoo von Clarksville vor sich. Mitten in der Nacht klettern Affen über die Dächer der Stadt. Wie sind sie aus dem Zoo entkommen? Und was haben sie vor?

Als Noahs Schwester Megan kurz darauf auf mysteriöse Weise verschwindet, finden er und seine Freunde Richie und Ella immer wieder Hinweise, die sie in den Zoo führen. Wieso scheinen die Tiere hier bereits auf die Kinder zu warten? Wissen sie, was mit Megan geschehen ist? Als die Freunde schließlich das Geheimnis des Zoos entdecken, stecken sie schon mitten in einem unglaublichen Abenteuer, das sie tief in ein magisches Land führt. Und mit Hilfe des Eisbären Blizzard, des Pinguins Podgy und des kleinen Vogels Marlo machen sie sich auf einen gefährlichen Weg, um Megan zu retten. (Verlag)



Meine Meinung:
a) Äußeres/Cover: Für ein Kinder-/Jugendbuch gefällt es mir. Die weiche Zeichnung und die warmen Farben passen auf jeden Fall zum Inhalt des Buches und ich finde es auch nicht zu kitschig (eine Meinung, die ich schon zum Cover gehört habe). Das Einzige, was mich ein bisschen stört, ist die Tatsache, dass schon recht viel verraten wird. Den fliegenden Pinguin hätte man vielleicht weglassen können.
Ansonsten hat das Buch keine zusätzlichen Schnörkel, wie Lesebändchen oder Schutzumschlag. Ist eben ein gebundenes Kinder-/Jugendbuch. Für den Preis passend.


b) Inhalt: Eine schöne, märchenhafte Geschichte, mit Spannungsmomenten. Die Idee mit dem Zoo, in dem seltsame Dinge vorgehen, hat mich sofort angesprochen. Ich selbst gehe sehr gern in den Zoo und konnte mir vorstellen, wie cool ich es als Kind gefunden hätte, gleich nebenan zu wohnen. Sehr schön fand ich auch, dass das Geheimnis und das magische nicht im 'normalen' Zoo neben dem Haus der Kinder liegt, sondern durch ein Tor erreicht werden muss, das die Tiere den Kindern zeigen. Wäre der Zoo einfach nur verzaubert gewesen, hätte die Geschichte nicht den gleichen Charme gehabt. 
Die Charaktere sind auch sehr schön gezeichnet. Ich mochte die drei Kids, mit ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Gut gemacht und vor allem nicht überzeichnet. 
Natürlich könnte man sagen, dass der geheime Zoo zu viel auf einmal sein will - mit fliegenden Pinguinen, Tieren, die sich menschlich verhalten und so weiter. Aber für eine Sache muss man Bryan Chick auf jeden Fall ein 'Daumen hoch' geben: Keines der Tiere kann sprechen! Das wäre meiner Meinung nach dann wirklich zu viel gewesen.


c) Insgesamt: Ein sehr schönes, phantasievolles Kinder-/Jugendbuch. Es soll der Anfang einer Reihe sein, kann aber sehr gut auch als alleinstehende Geschichte gelesen werden. Bringt Spaß und überraschende Wendungen, Spannung und Freundschaftsmomente. 


Hier geht's zur Buchseite beim Verlag, wo man auch eine Leseprobe findet. 

Sonntag, 4. Dezember 2011

°.: Hören - Audiobook-Challenge :.°

Dieses Jahr wollte ich etwas früher dran sein und mir eine oder zwei neue Challenges für das Jahr 2012 suchen. Und siehe da... gefunden! Und schon zu spät für die pünktliche Anmeldung. *lach*

Bei meiner Suche bin ich auf Friesenwölfins Hörbuch-Challenge gestoßen und musste mich natürlich gleich anmelden. Mit meinem Audible-Account und dem monatlichen Audiobook bildet sich in Null Komma Nix ein Stapel von "zu hörenden Audiobooks". Da ist so eine Challenge doch genau das Richtige.

Challenge:
Im Zeitraum 1.10.11 bis 30.9.12 müssen mindestens 12 Hörbücher gehört werden.
Bedingungen: 
Es gelten nur Audiobooks, die in diesem Zeitraum beendet werden und nie zuvor gehört wurden.

Ich freue mich schon auf die Challenge und werde meine Liste hier in diesem Post erstellen.
Wer noch mitmachen möchte: Anmeldung ist noch möglich!

Gehörte Audiobooks:
1. Jasper Fforde: The last dragonslayer (6 Std, 37 Min)
2. Bill Bryson: At Home (16 Std. 38 Min.)
3. Vercors: Das Schweigen des Meeres (2 Std. 5 Min.)

°.: Hören - Fforde: The last dragonslayer :.°


Jasper Fforde: The last Dragonslayer, Sprecher: Jane Collingwood, unabridged, 6 Std. 37 Min

In the good old days, magic was powerful, unregulated by government, and even the largest spell could be woven without filling in magic release form B1-7g.
Then the magic started fading away. Powerful wizards who once controlled the weather now did home improvements, plumbing and wiring, drain unblocking and mole charming. 
I run Kazam, an employment agency for sorcerers. Work is drying up. Drain cleaner is cheaper than a spell, and even magic carpets are now reduced to pizza deliveries.
So it was a surprise when Kevin's visions started. Not only did they predict the death of the Last Dragon by a Dragonslayer, they also suggest that I might have something to do with it. 
It was a something that comes one in twenty lifetimes and changes everything for the good - or bad. Something like ... A Big Magic. 
The question was, Who was the Dragonslayer? and do they have what it takes to kill the Last Dragon?
In the days that followed my face appeared on tee-shirts, badges, commemorative mugs and posters. I made front page news, appeared on TV and was even a special guest on The Yogi Baird Show. 
Two people tried to kill me, I was threatened with jail, had sixteen offers of marriage and was outlawed by King Snodd.
Today you will have not heard of me...
...my name is Jennifer Strange (Author)

Meine Meinung:
Die Geschichte ist wunderbar: witzig, spannend, voller unerwarteter Wendungen, Idee und - natürlich - magic! :D Zuerst war ich ein bisschen irritiert, dieses doch so gewohnte und trotzdem vollkommen andere London vorzufinden. Aber dank Jennifers Gedanken und Erklärungen gewöhnt man sich ziemlich schnell an die Umgebung und auch an die Bewohner Londons und Kazams. 
Fforde schafft ein vollkommen neue, einzigartige Zauberwelt, in der die Magier nicht nur auf den Tod des letzten Drachen warten, sondern auch auf etwas, das sie so groß machen könnte, wie in früheren Zeiten: Big Magic! 
Der Leser bangt mit Jennifer, den Zauberern und auch mit dem alten Drachen, dessen Schicksal durch eine Weissagung besiegelt scheint. 
Eine Frage bleibt bis zum Schluss: Lässt sich das Schicksal ändern?

Sprecherin: Ich hatte Jane Collingwood zuvor noch nie gehört, aber werde in Zukunft auf die Sprecherin achten. Wahrscheinlich wird sie für mich jetzt immer Jennifer Strange sein, aber das ist nicht so tragisch. Sie spricht die junge Frau wirklich ausgezeichnet und schafft es auch, den anderen Charakteren passende Stimmen zu verleihen. Gerade bei den Männern fand ich das beeindruckend, denn es war einfach unheimlich passend und wirkte nicht eine Sekunde lang aufgesetzt.

Insgesamt: Ab auf die Couch und hören, hören, hören! :D

°.: Lesen - Wilk: Lilith Parker, Insel der Schatten :.°

Janine Wilk: Lilith Parker - Insel der Schatten, Planet Girl, 368 S., ab 10 Jahren, 14.95€


Nebelschwaden verhüllen die Insel und Hexen empfangen die Besucher direkt am Bootssteg. So gruselig hatte sich Lilith ihr neues Zuhause nicht vorgestellt. Hier auf der Insel Bonesdale, wo sie bei ihrer Tante unterkommen soll, fühlt sich Lilith nach ihrer Ankunft nicht ganz wohl. Auch wenn sie weiß, dass die Bewohner der Insel als Zombies, Vampire und klapprige Skelette das ganze Jahr über Halloween aufleben lassen. Doch was für die Touristen ein großer Spaß ist, wirkt auf Lilith erschreckend real. Immer wieder geschehen merkwürdige Dinge: Werwölfe heulen auf dem nächtlichen Friedhof, eine unheimliche Krähe greift verfolgt sie und greift sie sogar an. Als Lilith dem Geheimnis der Insel mit ihren neuen Freunden Mat und Emma auf den Grund gehen will, wird schnell klar: Hier ist nicht alles so harmlos und gespielt, wie alle dachten. Und noch ahnt Lilith gar nicht, wie eng ihr Schicksal mit der Insel und den Wesen der Nacht verwoben ist. 


Meine Meinung:
Cover: Die Farbkombination gefällt mir ganz gut. Auch die Sache mit dem temperaturfühligen Lack finde ich ganz witzig. Leider hat es bei mir nicht besonders gut geklappt und ich konnte die Knochenhand nur erahnen. Aber wie gesagt: Lustige Idee. Insgesamt passt das Cover gut zur Geschichte und verrät auch ausreichend, aber nicht zu viel über den Inhalt. (Kleine Anmerkung: Die Schnörkel in den Ecken finden sich auf jeder Buchseite wieder, was mir sehr gut gefällt. :)


Stil: Janine Wilk hat eine schöne Sprache, die den Leser gefangen nimmt. Die Figuren sind sehr gut und nachvollziehbar gezeichnet und haben jede ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter. Am Grusel könnte man vielleicht noch arbeiten, aber da es sich um ein Buch für die jüngeren Leser handelt, ist es gerade genug Nervenkitzel, würde ich sagen. 


Insgesamt: Nicht ganz meine Geschichte, aber gut geschrieben und für junge Fantasy-Anfängerinnen bestimmt das Richtige. 

Freitag, 25. November 2011

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1.  Ich könnte mal wieder schwimmen gehen.
2.  In der Arbeit geht's langsam aber sicher drüber und drunter.
3.  Bloß nicht drüber nachdenken, was mit AWL wird.
4.  Dieses Jahr möchte ich auf den empfohlenen, hübschen Weihnachtsmarkt.
5.  An meiner Tür  stehen seit ein paar Monaten 2 Namen
6. Habe gerade kalte Fingerspitzen.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Bett , morgen habe ich eigentlich zu viel geplant und Sonntag möchte ich ausschlafen !

Dienstag, 22. November 2011

°.: Lesen - Giles: Der erste Tod der Cass McBride :.°

Gail Giles: Der erste Tod der Cass McBride, Thienemann Verlag, 240 S., ab 15 Jahren, 13.90€

Inhalt:
Cass bekommt, was sie will. Jedes Amt, das sie später für ihre Collegebewerbung braucht, jede Auszeichnung und jeden Jungen.
Als eines Tages der unbeliebte, zurückhaltende David vor ihr steht und sie um ein Date bitte, ist Cass schockiert. Das passt nicht in ihr Konzept des Highschoolstars, das sie sich aufgebaut hat.
Sie lässt David abblitzen. Doch damit nicht genug, schreibt sie einer Freundin noch einen gehässigen Kommentar über David, die dieser durch Zufall in die Hände bekommt.

Wenig später ist David tot. Er hat sich im Vorgarten seines Hauses an einem großen Baum aufgehängt und eine Notiz direkt an seinen Körper gepinnt.

Cass fühlt sich sofort mit schuldig, als sie von Davids Tod erfährt, reagiert entsprechend heftig und erscheint nicht zu Beerdigung.
Allerdings sind damit für sie die Folgen ihres unbedachten Auftretens gegenüber des Jungens noch nicht vorbei.
Kyle, Davids älterer Bruder, macht Cass für Davids Tod verantwortlich. Sie hat ihn in Kyles Augen in den Tod getrieben.
Und jetzt... will Kyle sie dafür büßen lassen. Er entführt Cass in der Nacht aus ihrem Schlafzimmer, steckt sie in eine Holzkiste und begräbt sie bei lebendigem Leib.

Als Cass in der Dunkelheit der Kiste erwacht, ein Walkie Talkie mit Klebeband an ihrer Hand befestigt, weiß sie, dass es nur einen Weg aus dieser Todesfalle gibt. Und der führt über Kyle.

Meine Meinung:
Das Cover gefällt mir. Vor allem die Farben, die irgendwie nicht wirklich an einen Psychothriller denken lassen. Was ich am Outfit etwas missglückt finde, ist der Schutzumschlag mit dem Sichtfenster. Das sieht zwar im ersten Moment gut aus, aber wenn man das Buch öfter ins Regal schiebt, reißt der Umschlag ein und sieht nach sehr kurzer Zeit einfach nur schäbig aus.

Eigentlich hatte ich das Buch vor allem deswegen gegriffen, weil ich mal wieder etwas Schnelles zwischendurch lesen wollte. "Der erste Tod der Cass McBride" stellte sich aber schon auf den ersten Seiten als absolut süchtig-machend heraus. Ich hätte beinahe meine S-Bahn-Station verpasst und konnte mich von der Situation und den Hauptcharakteren kaum losreißen.
Besonders gelungen finde ich die verstrickte Story, die auf den ersten Blick so einfach und schwarz-weiß erscheint. Doch immer mehr Facetten werden durch das Gespräch zwischen Kyle und Cass deutlich und machen den überraschenden Schluss bloß noch beklemmender.

Meiner Meinung nach lohnt es sich, das Buch zu lesen. Zwar ziemlich heftig, aber super spannend!

Hier noch ein Link auf die Werbeseite zu "Der erste Tod der Cass McBride"

Mittwoch, 16. November 2011

°.: Lesen - Flinn: Kissed :.°

Alex Flinn: Kissed, Baumhaus, 366 S, ab 13 Jahren, 12.99€ 

Der 17-jährige Johnny arbeitet Tag und Nacht im Schuhladen in einem der Luxushotels in Miami Beach.  Er ist sich sicher, das langweiligste, bedauernswerteste Leben überhaupt zu führen.
Doch dann steigt eine berühmte, wunderschöne Prinzessin im Hotel ab und eröffnet Johnny neue Chancen. Sie bittet ihn nicht nur um Hilfe, sondern verspricht ihm sogar, ihn zu heiraten. Dadurch wären auf einmal nicht nur seine Geldsorgen gelöst, sondern er könnte vielleicht auch seinen geheimen Wunsch erfüllen, ein berühmter Schuhdesigner zu werden.
Dafür muss Johnny allerdings erst einmal den verzauberten Prinzen finden und mit seiner besten Freundin Meg einige gefährliche Abenteuer bestehen.

Meine Meinung:
Alex Flinns erstes Buch "Beastly" hat mich absolut begeistert. Es war so schön kitschig und wunderbar geschrieben. Der Schreibstil ist bei "Kissed" erhalten geblieben und auch der Kitsch lässt nicht auf sich warten. Allerdings hat mir "Beastly" aus dem Grund besser gefallen, dass es nur ein Märchen war, das verarbeitet wurde. Bei "Kissed" wandert Johnny durch verschiedene Märchen, es werden Motive, Gegenstände und Ungeheuer wild durcheinander gemixt und lassen die Story des Buches irgendwann ein bisschen verschwimmen. 
Die Liebesgeschichte ist schön, aber von Anfang an zu erkennen. Genauso, wie Megs 'Geheimnis'. 

Insgesamt:
Schön, aber ich würde lieber "Beastly" noch einmal lesen.

Cover:


Links das deutsch, rechts das englische Cover. Im Original ist es ein bisschen mehr an Beastly angelehnt, aber das deutsche Cover gefällt mir besser. Schon allein der Schriftzug und der Frosch haben mich überzeugt. Aber ich mag auch Frösche. :D

°.: Lesen - Lim: Exile (Mercy 2) :.°

Rebecca Lim: Exile (Mercy Bd. 2), Harpercollins, 292 S., ab 13 Jahren

Mercy is back. This time she awakes in Lela's body. Lela lives in Australia, far away from the US and is taking care of her dying mother. Also Lela tries to help so many other people. And she often forgets to take care of herself.

As Mercy's memory begins to return in weird dreams and backflashes, she remembers Ryan. The guy she fell in love with in Carmen's life. She tries to get in contact with him and at the same time solve the puzzle that is Luc.

Will leave Mercy Lela's life behind to find her heart's desire?

Meine Meinung:
Der zweite Teil der Mercy-Serie musste sofort nach dem aufregenden Schluss des ersten Buches gelesen werden. Es war klar, dass Mercy sich an Ryan erinnern würde. Immerhin will sie über ihn heraus finden, wer sie wirklich ist und was Luc genau für sie bedeutet. Ich fand es sehr gut gelöst, dass sie sich nicht sofort an alles aus der Carmen-Episode erinnern kann.
Allerdings hat mir Lela's Geschichte nicht so gut gefallen, wie die von Carmen. Es ist nicht so spannend, weil kein Krimifall dabei ist. Andererseits wird viel mehr über Mercy selbst aufgedeckt und neue Hinweise gestreut, was genau ihre Aufgabe sein könnte oder warum sie aus dem Kreis der Engel verdrängt wurde.
Der Schluss war natürlich wieder nervenaufreibend. Ich hätte Mercy für ihren Leichtsinn nur schütteln können! Aber es ist realistisch, dass sie nicht selbst drauf gekommen ist, bevor es zu spät war. Immerhin wird ja ausführlich erklärt, dass sie sich mit dem Internet und solchen Dingen absolut nicht auskennt.

Insgesamt:
Ein toller zweiter Teil. Nicht so brilliant, wie der erste, aber es muss auch viel erklärt und angestoßen werden, was sich hoffentlich im dritten Teil auflöst. (Der liegt übrigens schon hier und wird bald gelesen werden.)
Ich bin auf das deutsche Cover gespannt. Aber Ravensburger wird uns auf die Übersetzung vermutlich noch einige Zeit warten lassen.

Mittwoch, 9. November 2011

°.: Lesen - Stewart/Riddell: Drachenvolk :.°


Paul Stewart: Drachenvolk – Aufbruch ins Ungewisse, Sauerländer, 500 S., ab 14 Jahren, 19.95€

Kaum jemand kehrt lebend von dort zurück – und doch wollen sie alle nach Drachenland: Glücksritter, Goldgräber, Kopfgeldjäger und jeder, dem der Sinn nach Abenteuer steht. Unermessliche Reichtümer soll es in dem kargen Land geben, das von den Drachen beherrscht wird. Doch nicht nur von den Urtieren droht Gefahr. Auch den meisten Jägern sollte man nicht schutzlos begegnen, wenn einem die eigene Haut lieb ist.
Wie alle anderen ist auch Micah nach Drachenland gekommen, um einen Schatz zu suchen. Er will sein Glück finden und als reicher, angesehener Mann nach Hause zurück kehren. Allerdings landet er – unerfahren, wie er ist - Hals über Kopf in einer gefährlichen Jagd nach einem Drachenkind, seinen Entführern und dem Geheimnis des mysteriösen Kin-Volkes – Menschen, die sich mit Drachen zu einem lebenslangen Bund vereinen können.

Zum Äußeren:
Das Cover hat mich - mal wieder - direkt angesprochen. Ich mag die Zeichnungen von Riddell einfach unglaublich gern. Und weil er so einen einzigartigen Stil hat, habe ich diesen auch sofort erkannt und mich auf das Buch gestürzt. Seit ich Twig und Barnaby Grimes gelesen habe, hatte ich immer mal wieder ein Buch von Stewart und Riddell in der Hand, aber 'Drachenvolk' war endlich mal wieder eines, das ich mir auch zu Gemüte geführt habe.
Schon allein für die Illustrationen hat es sich gelohnt! Die Drachen sind wunderschön/gruselig, wie bei Riddell zu erwarten und so detailreich... zum Verlieben! 
Hier ein Link auf die Seite der beiden Kreativen, wo man sich ein paar Zeichnungen ansehen kann: 

Zur Geschichte:
Ich finde sie genial ausgedacht. Endlich einmal wieder ein Fantasy-Abenteuer-Mix der klassischen Art. Einer zieht aus, um sein Glück (=Reichtum ;) zu finden. Unwegsamkeiten, Gefahren und Fieslinge stellen sich ihm in den Weg und er stolpert... über die Liebe. So einfach und doch so großartig! Von Stewart in eine absolut schlüssige, spannende Geschichte verpackt, macht die Story beim Lesen richtig Spaß, fesselt und lässt einen bis zum Ende nicht mehr los.
Teilweise fand ich die Beschreibungen (wie schon bei der Twig-Reihe) ein bisschen zu grausam, aber das ist mein eigenes Ding. Ich bin da etwas zarter besaitet. Aber selbst wenn man diese Szenen bloß überfliegt, verliert das Buch keinesfalls an Spannung.

Das einzig Negative:
Sauerländer hätte sich ein bisschen mehr Mühe geben können. Das Cover ist so reißerisch gestaltet, dass es einen Schutzumschlag durchaus verdient hätte. Und auch die Karte im Vorsatz (wie beim englischen Original), hätte sich der Verlag bei einer gebundenen Ausgabe durchaus leisten sollen.

Trotzdem: Sehr lesenswert! :D

Donnerstag, 3. November 2011

°.: Lesen - Rebecca Lim: Gefangen/Mercy1 :.°

Rebecca Lim: Gefangen, Ravensburger, 256 S., ab 14 Jahren, 14.99€ 

Sie selbst nennt sich Mercy. Doch ist das ihr richtiger Name? Die Antwort auf diese Frage ist genauso unklar, wie der Rest ihrer Existenz. Mercy weiß nicht, woher sie kommt, wer sie ist und welche Aufgabe sie hat. Immer wieder – ohne selbst Kontrolle darüber zu haben – wacht sie im Körper fremder Menschen auf und übernimmt für kurze Zeit deren Leben.
Diesmal ist Mercy für unbestimmte Zeit in Carmens Körper und unterwegs zu einem Schüleraustausch. Im Haus der Gasteltern beschleicht sie ein ungutes Gefühl. Kurze Zeit später erfährt sie von Ryan, dem Sohn der Familie, dass seine Schwester vor zwei Jahren verschwunden ist. Mercy entschließt sich, Ryan zu helfen und bemerkt zu spät, dass auch Carmen auf der Liste des Entführers steht.

Meine Meinung:
Zusammengefasst... LESEN! Unbedingt und auf der Stelle! Dieser Fantasy-Thriller ist einfach genial und einmal etwas absolut Anderes. Hat mir sehr, sehr, sehr gut gefallen. Angefangen bei der Hauptperson Mercy, die so stur und ironisch ist, wie man es sich nur wünschen kann, über die Krimi- wie auch die Liebesgeschichte. Alles passt für mich perfekt zusammen und ich musste mir gleich die nächsten beiden Teile auf Englisch bestellen, weil ich nicht bis nächstes Jahr warten kann, wenn sie dann auf Deutsch rauskommen. ^____^

Mittwoch, 2. November 2011

°.: Leseeindruck - White: Flames 'n' Roses :.°

Kiersten White: Flames 'n' Roses, Loewe, 384 S., 17,95€

Dieser Leseeindruck beruht auf dem Leseexemplar des Verlages, das ich heute Morgen in der Bahn mit hatte. ^^

Zum Cover:
Ehrlich gesagt: Gar nicht meins. Zu pink. Eigentlich begrüße ich es ja, dass der Verlag sich vom amerikanischen Cover fern gehalten und mal etwas Neues probiert hat. Im Original setzt man wieder auf ein hübsches, nichtssagendes Mädel auf dunklem Grund, das mysteriös in die Kamera guckt.
Also eigentlich erfrischend, einmal kein halbes Gesicht mit halb traurigen Augen oder einen Kapuzenmann mit Dolch zu sehen.

Zum ersten Leseeindruck:
Vielleicht wiederhole ich mich, aber leider passt es: zu pink!
Ein Mädel, das paranormale Fähigkeiten hat und Vampire auf Friedhöfen jagt, sollte für mich persönlich cool genug sein, kein pinkes Handy mit Strasssteinen zu besitzen. Okay, wahrscheinlich liege ich an die 12 Jahre über der Zielgruppe, aber ehrlich... der guten Evie traue ich nicht zu, dass sie einen Vampir fängt. Sie könnte sich doch um Himmels Willen einen Fingernagel dabei abbrechen!
Die Idee mit dem Jungen aus festem Wasser finde ich eigentlich recht cool. Die Liebesgeschichte klopft natürlich schon sehr offensichtlich an, aber was soll's. Auch der Titel lässt ja ahnen, worauf man sich einlässt.

Insgesamt:
Werde nicht weiter lesen. Ist mir - wie gesagt - etwas zu sehr voller Glitzer, Glimmer und Soapoperas. Sicher gibt es Leserinnen, die drauf stehen. Sollen sie es kaufen. Ich halte mich fürs Erste an meine englischen Ermittler, die sich mit Zombies rum zu schlagen haben. ;) (<= Spoiler für eine baldige Rezension.)

Freitag, 14. Oktober 2011

°.: Lesen - Mike Lancaster: 0.4 - Perfekte neue Welt :.°

Lancaster, Mike: 0.4 - Eine perfekte neue Welt, ab 12 Jahren, Oetinger Verlag, 272 S., 14.95€

Ein einzelner Moment kann das ganze Leben verändern. Nicht nur das eigene, sondern das Leben an sich.
Als Kyle sich freiwillig meldet, um auf einem Stadtfest bei einer Hypnosenummer eines Mitschülers mitzumachen, ahnt er von den weitreichenden Folgen noch nichts. Erst als er aufwacht, trifft ihn der Schock, von dem, was er sieht, wie Eiswasser. Das Publikum vor der Bühne ist wie angehalten, als hätte jemand auf einen Pauseknopf an einer Fernbedienung gedrückt. Niemand rührt sich, atmet oder blinzelt. Das Profil der Menschen verdoppelt sich, verschiebt sich vor Kyles Augen, ohne dass er es wirklich fassen oder deutlich erkennen kann.
Voller Panik wendet er sich an die drei Leute, die mit ihm hypnotisiert wurden. Gemeinsam versuchen sie dahinter zu kommen, was eigentlich um sie herum passiert. Denn als die Menschen aus ihrer Starre erwachen, ist niemand mehr, wie er vorher war. Jeder strahlt Bedrohung aus.
Weiter auf der Suche nach dem Grund für diese seltsamen Veränderungen, müssen Kyle und die anderen 0.4er bald erkennen, dass es nur ein Zurück gibt. Und diese Entscheidung muss jeder von ihnen für sich selbst treffen.

Meine Meinung:
Ich fand das Buch von Anfang bis Ende genial.
Allein die Aufmachung ist einfach etwas komplett Neues. Aus der Perspektive der zukünftigen Menschen geschrieben, sind die Fußnoten, Kommentare und Anmerkungen unglaublich lustig und trotzdem nicht albern oder flach.
Des Rätsels Lösung deutet sich immer wieder an, gewinnt im Laufe des Romans Konturen und ist doch auch für den Leser nicht richtig zu fassen. Erst die erklärende Auflösung bringt alles auf einen roten Faden.
Mir hat auch die Beschreibung der Hauptcharaktere sehr gut gefallen. Kyles Gefühle ist sehr glaubhaft und auch die distanzierte Betrachtung des Zuhörers/Autors ist ausgezeichnet beschrieben.
Das Einzige, was mir nicht gefallen hat bzw. was mir nicht ausreichend erklärt/aufgelöst wurde, war das schwarze Etwas, das ich jetzt einmal Schwarzes Loch mit Staubsaugerfunktion nenne. Dieses Gimmick war meiner Meinung nach unnötig und trägt nichts zur Geschichte bei. Hätte man auch weglassen können.

Trotzdem ein tolles Buch, das mich sehr gefesselt hat und bei dem ich sage: unbedingt lesen! :D

Coververgleich:
links: UK
rechts: Deutschland

Mir persönlich gefällt das deutsche Cover nicht wirklich. UK hat es wesentlich besser getroffen. Trotzdem passt das Deutsche besser, weil das Buch gar nicht so SciFi ist, wie es auf dem UK-Cover wirkt. Finde ich zumindest. 
Über andere Meinungen freue ich mich. ;)

Mittwoch, 12. Oktober 2011

°.: Lesen - Shpancer: Der gute Psychologe :.°

Shpancer, Noam: Der gute Psychologe, Knaus Verlag, 288 S., 19.99€

Sie kommt freitags um vier. Eine Ausnahme, denn es ist eine Stunde, nachdem er normalerweise seine Praxis schließt. Doch der Psychologe interessiert sich aus verschiedenen Gründen für den Fall der Nachtclubtänzerin. Ihr Problem liegt in seinem Spezialgebiet, denn Panikattacken halten sie davon ab, wieder auf die Bühne zu gehen.
Was für den Psychologen aber mindestens genauso wichtig ist: er kann mit seiner Kollegin Nina über den Fall sprechen. Nina lässt diese professionellen Gespräche zu. Über ihrer Beziehung und der Liebe des Psychologen zu ihr liegt allerdings ein Tabu. Und das, obwohl es eine gemeinsame Tochter gibt.
Der Psychologe versucht das, was er seinen Studenten abends in der Vorlesung beibringt, auf sich selbst anzuwenden; keinen der üblichen Fehler zu begehen. Doch dann übertritt er doch die Grenze und bringt das zerbrechliche Verhältnis zwischen Beruflichem und Persönlichem in Gefahr.

Meine Meinung:
Drei Orte, geschickt über den Psychologen mit einander verwoben. Da ist seine Praxis, in der man ihm bei der Behandlung der Tänzerin zuhört; der Klassenraum, in dem man mit den Studenten sitzen darf, um seinem Kurs zu folgen und sein Heim, wo man ein Stück von seiner privaten Persönlichkeit zu sehen bekommt. Vor allem, wenn er mit Nina telefoniert.
Ich kann nicht sagen, in welchem dieser drei Bereiche ich mich am wohlsten gefühlt habe. Aber auch jetzt – nach der Lektüre – habe ich noch das Gefühl, dass ich wirklich dort war, um dem „guten Psychologen“ zuzuhören.
Das Buch ist unaufdringlich und doch hat es mich sehr zum Nachdenken angeregt. Über Automatismen, die er beschreibt und von denen ich danach gemerkt habe, dass sie bei mir auch ablaufen.
Naom Shpancer ist selbst Psychologe, was man dem Buch auch anmerkt. Allerdings auf eine sehr positive Art und Weise. Es wird nicht der Holzhammer geschwungen oder selbst-beweihräuchert. Vielmehr bekommt man eine wohltuende Sitzung, einen Kurs und eine spannende Beziehungsgeschichte geliefert.

Sehr beeindruckend und nachwirkend. Zu empfehlen!

Donnerstag, 29. September 2011

°.: Lesen - Zitat des Tages :.°

"Die aktuell verbreitete Empfehlung, täglich fünf Portionen Obst und Gemüse zu verzehren, geht auf verschiedene Überlegungen zurück. (...) Eine (...) Erwägung ist vermutlich die, dass in einem Magen, in dem fünf Portionen Obst und Gemüse verstaut sind, weniger Sahnetorte hineinpasst. Und im Unterschied zur Sahnetorte ist bei Obst und Gemüse halbwegs unumstritten, dass ihr Verzehr zumindest keinen Schaden anrichtet."

Passig/Scholz/Schreiber - Das neue Lexikon des Unwissens zum Thema Ernährung

Mittwoch, 28. September 2011

°.: Lesen - Schirach: Der Fall Collini :.°

Ferdinand von Schirach: “Der Fall Collini”, HC, Piper, 208 S., 16.99€



Was treibt einen Menschen, der sich ein Leben lang nichts hat zuschulden kommen lassen, zu einem Mord?
34 Jahre hat der Italiener Fabrizio Collini als Werkzeugmacher bei Mercedes-Benz gearbeitet. Unauffällig und unbescholten. Und dann ermordet er in einem Berliner Luxushotel einen alten Mann. Grundlos, wie es scheint. Der junge Anwalt Caspar Leinen bekommt die Pflichtverteidigung in diesem Fall zugewiesen. Was für ihn zunächst wie eine vielversprechende Karrierechance aussieht, wird zu einem Albtraum, als er erfährt, wer das Mordopfer ist: Der Tote, ein angesehener deutscher Industrieller, ist der Großvater seines besten Freundes; in Leinens Erinnerung ein freundlicher, warmherziger Mensch. Wieder und wieder versucht er die Tat zu verstehen. Vergeblich, denn Collini gesteht zwar den Mord, aber zu seinem Motiv schweigt er. Und so muss Leinen einen Mann verteidigen, der nicht verteidigt werden will. Ein zunächst aussichtsloses Unterfangen, aber schließlich stößt er auf eine Spur, die weit hinausgeht über den Fall Collini und Leinen mitten hineinführt in ein erschreckendes Kapitel deutscher Justizgeschichte … (Verlag)

Leseeindruck:
Auf den ersten paar Seiten wird klar: Er ist es gewesen.
"Der Fall Collini" hat mich vor allem aufgrund der ersten Passagen eingenommen. Die Beschreibung des ruhigen Tathergangs und wie Collini anschließend im Foyer des Hotels sitzt und auf die Polizei wartet, macht von Anfang an den Eindruck, dass mehr hinter den beiden Beteiligen stecken muss. 
Der ruhige Riese Collini, der vom Autor so sympathisch gezeichnet wird, dass ich sofort skeptisch wurde und der Großunternehmer, der auf jeden Fall Dreck am Stecken haben musste. Beide müssen sich letztendlich vor Caspar Leinen, einem jungen Anwalt verantworten. Der eine vor Gericht, der Andere vor dem Gewissen.
Die einzige Frage, der das Buch nachgeht ist die, nach dem Motiv.
Collini hat den Mord begangen. Kaltblütig. Aber warum?


Anwalt Leinen gräbt in der Vergangenheit des Opfers und auch seiner eigenen. Was er schließlich zu Tage fördert, entsetzt nicht nur die Zuhörer bei Gericht.  

Mein Fazit: 

Mir hat die Art, wie Ferdinand von Schirach den Fall aufbaut, sehr gut gefallen. Auch der Anwalt ist mir sympathisch, auch wenn für mich die Liebesgeschichte einmal mehr hätte weg gelassen werden können. 
Auch die leicht trockene Art der Darstellung gefällt mir sehr und ich konnte mir vor allem den Raum, in dem die Anwälte mit schlechtem Automatenkaffee zusammen sitzen, wie in einem Lehrerzimmer, konnte ich mir bildlich vorstellen.
Was mich etwas enttäuscht hat, war leider die Lösung des Ganzen. 
Vorsicht Spoiler!
Eigentlich hätte ich mir schon bei der zeitlichen Einordnung, beim Alter des Toten denken müssen: "Oh, die Nachtigall kommt um die Ecke." Nun ja, ich war so naiv zu glauben, dass es etwas Anderes sein könnte, als das Übliche. Welchen Grund könnte es dafür geben, dass ein angeblich unbescholtener deutscher Bürger, der zum Zeitpunkt seines Todes schon älteren Semesters ist, ermordet wird? ... Natürlich: Kriegsverbrecher im 2. Weltkrieg.

Die Schilderungen und damit der Grund für das Verbrechen sind absolut nachvollziehbar. Andererseits hätte ich persönlich mir einmal eine andere Lösung als diese gewünscht.
Beim nächsten Mal werde ich das Vogeltier hoffentlich sofort erkennen, wenn es schon zu Anfang durch das Buch trapst.

°.: Leben - Still here :.°


Still here!
Sorry for letting you wait... 

Sonntag, 14. August 2011

°.: Lesen - Kristny: Die letzte Nacht des Jahres :.°

Gerdur Kristny: “Die letzte Nacht des Jahres”, HC, Bloomsbury, 176 S., ab 13 Jahren, 14.90€


Direkt neben einem Friedhof zu wohnen ist schon unheimlich genug, aber zu allem Übel haben sich ihre Eltern auch noch einen uralten Sessel beim Antiquitätenhändler gekauft, der Eyja regelrechte Gänsehaut bereitet. Zuerst sind es nur Ahnungen, die dem Mädchen verbieten, sich selbst in den Stuhl zu setzen. Doch dann wird ihr Vater krank, als er eines nachts in dem Möbel einschläft. Es wird so schlimm, dass ihr Vater ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. Und als auch noch ihre Mutter krank wird, steht für Eyja fest: Sie muss hinter das Geheimnis des Stuhls kommen und ihn loswerden! Auf der Straße trifft sie den Jungen Sölvi, der Eyja zunächst etwas seltsam erscheint. Nach einer Weile freunden sich die beiden jedoch an und zusammen versuchen sie hinter das Geheimnis des Sessels zu kommen.


Zum Cover:
Sehr schick. Hat mich ja sofort wieder zum Buch greifen lassen. Die Farben sind toll und auch der Titel ist perfekt ins Bild gefügt. Macht Lust, das Buch zu lesen, finde ich. Wirkt geheimnisvoll und gleichzeitig nicht mainstream. Gut gelungen.


Leseeindruck:
Für mich ist "Die letzte Nacht des Jahres" recht schwierig einzuordnen. Einerseits ist es eine klassische Gespenstergeschichte. Der Stuhl wird von etwas Bösem besetzt, das die Menschen krank macht. Und Eyja muss etwas bestimmtes tun oder jemandem Frieden geben, um das Böse zu vertreiben. So weit, so gut. Allerdings weiß ich nicht so genau, für wen das Buch gedacht ist. Einerseits wird sehr detailliert auf Eyjas Leben und ihre Schwierigkeiten/Erfolge in der neuen Schule eingegangen - etwas, das nichts mit der Geschichte des Stuhls zu tun hat. Andererseits ist da Sölvi, der eigentlich zum Haupterzählstrang gehört, aber erst sehr spät auftaucht und zunächst überhaupt nicht zuzuordnen ist.
Selbst ich weiß nicht genau, ob ich das Buch nun gut finde oder nicht. Am Erzählstil ist nichts auszusetzen, aber mir werden zu viele Stränge parallel eröffnet. Zum Ende hin werden sie zwar alle abgeschlossen und aufgelöst, aber einige finde ich einfach unnötig. Da hätte man sich meiner Meinung nach lieber auf Eyjas Geschichte oder die mit den Geistern konzentrieren sollen. Warum auch noch die Spanische Grippe eine Rolle spielen musste, weiß ich nicht. Es sollte wohl der rote Faden vom Stuhl in die Vergangenheit sein, aber auch das hätte man besser lösen können. Zuerst dachte ich ja, dass der Vater daran erkrankt. Wäre logisch gewesen. Aber doch nicht...
Mich lässt das Buch verwirrt zurück und ehrlich gesagt kann ich noch nicht einmal einschätzen, für welches Lesealter es geeignet wäre. Auch der Verlag schweigt sich darüber aus.

Insgesamt: Weder schlecht noch gut... irgendwie... einfach gar nicht. Großes Fragezeichen von meiner Seite. Vielleicht kann mir jemand seine Meinung sagen? ^^

Sonntag, 7. August 2011

°.: Leben - Maulwurfmuffins :.°


Maulwurfmuffins!

Mich hat letzte Woche nach Urzeiten mal wieder die Backlust gepackt. Diese Hübschen hier kamen dabei heraus. Maulwurfmuffins mit Mandeln, Sahne und gefüllt mit roter Grütze. Waren auch sehr, sehr lecker!
Mein zweiter Versuch waren Mandel Kirsch - Muffins, die zwar auch yummy waren, von denen es aber leider kein Bild gibt. Waren einfach nicht so dekorativ. ;)
Vielleicht bald mehr aus meinem Backstudio. ^^

°.: Lesen - Revis: Across the Universe/Godspeed :.°

Beth Revis: “Godspeed”, HC, Dressler, 448 S., ab 14 Jahren, 19.95€

Es ist kalt und dunkel. Eigentlich sollte sie gar nicht denken können, in ihrem Zustand. Eingefroren und weggesperrt in ein winziges Fach mit Metalltür. Sie sollte ohne Bewusstsein dort liegen. Für die nächsten 300 Jahre.
Die 17-jährige Amy ist mit ihren Eltern und anderen ausgewählten Menschen unterwegs zu einem fremden Planeten. Dort sollen sie in drei Jahrhunderten erwachen, um diesen zu besiedeln und ihn zu einer neuen Erde zu machen.
Doch etwas geht schief. Amys Kühlfach wird zu früh geöffnet. Sie entkommt nur knapp dem Tod und erwacht auf der Godspeed - Jahre vor ihrer eigentlichen Ankunft. Hatte man versucht sie zu töten?
In diese neue, enge Welt geworfen, in der die Menschen von einem Tyrannen beherrscht werden, will Amy heraus finden, was passiert ist. Was ist der Grund für ihr verfrühtes Auftauen und warum werden immer mehr Menschen aus den Kühlfächern geholt und damit getötet?
An ihre Seite stellt sich Junior, der zukünftige Führer der Godspeed. Doch nicht nur deshalb kann Amy nicht mit Sicherheit sagen, ob sie ihm wirklich trauen kann.

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und kann daher nicht sagen, wie die Übersetzung gelungen ist. Was ich allerdings etwas schade finde: Dass aus Eldest und Elder die Bezeichnung Senior und Junior geworden ist. Man hätte lieber beim Original bleiben sollen. Das Cover finde ich im Original ebenfalls gelungener. Aber vielleicht legt man im Deutschen auch mehr Wert auf die Ermittlungen der beiden, als auf die Liebesgeschichte. Vielleicht versucht man auch Jungs wie Mädels anzusprechen, was mit dem pinken Cover wohl weniger möglich gewesen wäre.

Die Geschichte an sich hat mir sehr gut gefallen. Die Sichtweise der beiden Helden war immer sehr aufschlussreich und nachvollziehbar. Leider konnte man zu schnell darauf kommen, wer sich hinter den Machenschaften verbarg. Der Hinweis mit den Coms wäre zu einem späteren Zeitpunkt besser gewesen, dann hätte man nicht gleich auf denjenigen schließen können, der eben keines dieser Geräte besitzt. 
Aber ich habe das Buch vor allem wegen der Liebesgeschichte und der Kritik an der hierarchischen Ordnung auf dem Schiff gelesen. Das war auch der Hintergrund für die Morde, daher hat es mich weniger gestört, dass man so schnell wusste, wer dahinter steckt. All die Ideen mit der Beeinflussung der Menschen fand ich erschreckend nachvollziehbar.

Und noch etwas Positives: Für mich ist der erste Teil so abgeschlossen, dass man ihn auch als Einzelband lesen kann. Zwar wird es eine Fortsetzung geben, aber der erste Teil lässt den Leser zufrieden zurück. Ein Plus bei den ganzen Trilogien, die gerade den Markt überschwemmen.

°.: Lesen - Pflieger: Die Alchemie der Unsterblichkeit :.°

Kerstin Pflieger: “Die Alchemie der Unsterblichkeit”, kartoniert, Goldmann, 352 S., 12.00€


Inhalt:
Karlsruhe 1771: In düsteren Zeiten einer Hungersnot muss sich auch der junge Gelehrte Icherios Gedanken ums Überleben machen. Sein Traum ist es eigentlich, an der Universität Medizin zu studieren. Doch dabei steht ihm nicht allein das mangelnde Geld im Weg. 
Vielleicht bringt ihm der Auftrag einer Organisation weiter, die ihn als Inspektor in den Schwarzwald schickt. Icherios hofft, den Leiden in Karlsruhe zu entkommen und sich in Dornfelde einen Ruf aufzubauen. Dort soll er zwei brutale Morde aufklären und den Mörder zur Strecke bringen.
Bereits auf der Kutschfahrt in den tiefsten Schwarzwald überquert Icherios allerdings eine Grenze, an die er nie selbst geglaubt hätte. Blutlüsterne Irrlichter und unnatürlich große Wolfsgeschöpfe kreuzen seinen Weg. Und als er an seinem Ziel ankommt, sieht er sich Vampiren und Werwölfen gegenüber. Fabelwesen, deren Existenz der wissenschaftsgläubige Gelehrte zunächst einfach abstreitet. 
Bald allerdings ereignet sich ein weiterer Mord und Icherios muss sich mit der Realität abfinden, die ihm immer noch so unglaublich erscheint. Werwölfe, Vampire und Menschen existieren in Dornfelde nebeneinander und wenn der Gelehrte den Mörder nicht bald findet, der in der Stadt umgeht, ist auch sein eigenes Leben in großer Gefahr.


Meine Meinung:
Zuerst zum Cover: Mir hat die Aufmachung gleich gefallen. Erinnert mich an alte Scherenschnitt-Theater. Man erkennt sofort die Gruselelemente (auch wenn der Worg ja nicht derjenige ist, vor dem der Gelehrte Angst haben muss). Jetzt, da ich das Buch gelesen habe, finde ich das Cover sogar noch passender. Icherios verirrt im finsteren, gefährlichen Wald. ^^


Allgemein: Mir hat die Kombination aus Fantasy und Thriller sehr gut gefallen. (Kommt mir in letzter Zeit irgendwie häufiger unter.) Hier stand eindeutig die Thriller-Handlung im Vordergrund. Der blutrünstige Mörder - bei dessen Werk der Leser manchmal sogar zusehen muss - geht in Dornfelde um und gefährdet nicht nur die Bewohner der Siedlung, sondern auch das zerbrechliche Gleichgewicht, das zwischen Fabelwesen und Menschen herrscht. Es lastet viel Verantwortung auf dem jungen Icherios, der von Kerstin Pflieger sehr realistisch gezeichnet ist. Er findet sich im Verlauf des Buches immer mehr damit ab, dass es so etwas wie Vampire und Werwölfe gibt, d.h. er entwickelt sich weiter. Auch seine Schwächen sind sehr glaubhaft und machen ihn für mich sympathischer, als wäre er der absolute Held, der den Mörder durchschaut und schnappt, sobald er den Fuß über die Grenze von Dornfelde gesetzt hat. Bei Icherios bleibt beim Leser immer ein wenig die Befürchtung, dass er sich am Ende selbst ans Messer bringt. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Etwas Schwierigkeiten hatte ich bei den Namen und Titeln. Wer war doch gleich der Fürst und war der nun Vampir oder war das doch der Bürgermeister? Und wie hieß der nochmal? Das hat sicher etwas mit meiner Schwäche zu tun, mir Namen zu merken. Denn zumindest die Hauptagierenden konnte ich mir ab spätestens der Hälfte des Buches durchaus merken und ich konnte zuordnen, wen ich als Mörder am ehesten verdächtigen würde. Am Ende war es ein Anderer, aber das ist ja nur umso besser.


Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Endlich traut sich eine Autorin gegen die Glitzerwelle an zu gehen und Vampire und Werwölfe wieder klassisch und düster darzustellen! 
Manchmal war es ein bisschen zu brutal für mich, sodass ich die Mordszenen übersprungen habe, aber das tut der Spannung keinen Abbruch. Ich wollte in jedem Fall wissen, wer hinter den Morden steckt und ob es nun wirklich ein Mensch, ein Werwolf oder ein Vampir gewesen ist.
Den nächsten Teil werde ich sicher auch lesen. Und wenn es auch hauptsächlich deshalb ist, weil ich wissen möchte, was aus der armen Ratte wird! ;)


Hier noch der Link zur Seite der Autorin: http://www.kerstin-pflieger.net/

Mittwoch, 27. Juli 2011

°.: Leseeindruck - Cross: Das Mädchen mit dem Stahlkorsett :.°

Kady Cross: Das Mädchen mit dem Stahlkorsett, HC, Heyne, 368 S., €14.99
erscheint am 22. August 2011


Mein Leseeindruck rührt von der Leseprobe, die man auf der Seite des Verlages online einsehen kann. (Buchlink)

Erstmal zum äußeren Eindruck:
Ich habe im letzten halben Jahr einen Faible für Steampunk entwickelt. Das heißt, eigentlich gefällt mir Vieles, das aus den typischen Elementen besteht und mit dem Thema zu tun hat. Allerdings finde ich die Mischung des Covers nicht sonderlich gelungen. Die Schrift erinnert mich persönlich an Dinge, wie Emily the Strange - bloß in mädchenhaft pink - und passt nicht so recht zu dem auf altertümlich getrimmten Zeichenstil. Ein Hintergrund hätte meiner Meinung nach auch nicht geschadet. Insgesamt hätte ich zu diesem Buch bestimmt nicht als Erstes gegriffen.

Zum ersten Leseeindruck:
Zusammenfassend gleich am Anfang: Für mich liest es sich leider wie gewollt und nicht gekonnt. Gleich zu Beginn gibt es so viele lose Erzählfäden, seltsame Fakten, die eingeführt und gleich wieder verworfen werden... Ich finde es ein bisschen chaotisch und nicht besonders angenehm zu lesen. Finley und Griffin (Nachtigall, ich hör' dir... usw.) mögen sich später weiter entwickeln, aber beide sind mir auf den ersten Blick nicht sympathisch, weil zu heldenhaft skizziert und gleichzeitig zu glatt.

Insgesamt:
Ich werde das Buch nicht lesen. Schade um den Stoff, der sicher gar nicht mal schlecht ist. Schieben wir es vielleicht mal auf die Übersetzung... Aber das ändert primär einmal nichts an meiner Entscheidung.
Gibt es Gegenstimmen? Es würde mich wirklich interessieren, ob und warum jemand die ersten Kapitel richtig gut fand.

Donnerstag, 21. Juli 2011

°.: Leben - Kino: Naokos Lächeln :.°

Naokos Lächeln - nach dem Roman von Haruki Murakami

Vielleicht hätte ich das Buch vorher lesen sollen. Murakamis Kurzgeschichten habe ich irgendwann geschenkt bekommen und sein Stil hat mir unheimlich gut gefallen. Als ich das Plakat gesehen habe, war es ein schneller Entschluss, den Film anzusehen, ohne die geringste Ahnung zu haben, um was es in der Geschichte geht. Absurd würde er sein und anders. Ist er auch.

In einem kleinen Flyer habe ich kurz vor Beginn der Vorstellung gelesen, dass es sich um eine Liebesgeschichte handeln sollte. Eine komplizierte, wie bei Murakami zu erwarten war.
Wie diese Beziehungskiste allerdings gestrickt war, hat mich dann doch sehr überrascht. In dem ziemlich leeren Kino (hier wurde der Film nur im 'Spezialkino' nicht in den großen Palästen gezeigt) mit den roten Stoffsesseln kam ich mir bei den Dialogen auf der Leinwand aber dann schon fast ein bisschen verrucht vor. Der Kontrast zwischen Bild, Schauspiel und Text war so krass, dass ich manchmal fast peinlich berührt kichern musste. Ob das so beabsichtigt war, ist mir schleierhaft. Aber leider habe ich außer diesem Gefühl des 'fehl am Platze'-seins wenig aus diesem Film mitnehmen können. Die Schauspieler haben sicherlich tolle Leistungen vollbracht und die Kulisse Japans ist einfach zauberhaft. Aber noch einmal würde ich mir Naokos Lächeln nicht ansehen.

Der Alternativplan: Gefährliche Geliebte von Herrn Murakami lesen?

°.: Lesen - Falk: Das Wunder von Treviso :.°


Susanne Falk: “Das Wunder von Treviso”, HC, Kindler, 256 S., 16.95€

Treviso ist ein kleines, verschlafenes Örtchen. Man könnte fast sagen... ein gottverlassenes Dorf in Italien. Genau damit möchte sich Don Antonio, der Pfarrer der winzigen Gemeinde, nicht länger abfinden. Wenn die Ortschaft nebenan wegen einer aufgeblasenen Werbekampagne zum Touristenmagneten werden kann, warum sollte Treviso es dann nicht können? Kaum ist der Entschluss gefasst und ein fähiger Komplize gefunden, bewerkstelligt der tüchtige Pfarrer ein Wunder: Eine Madonnenstatue, die rote Tränen weint. 
Nun ja, die Madonna weint schlechten Rotwein auf Knopfdruck einer Fernbedienung. Doch zunächst stört das niemanden. Don Antonios Plan scheint aufzugehen, das Dorf wird von Pilgern geradezu überrannt. Und das, obwohl die Nachbargemeinde sogar mit Straßensperren versucht, sie davon abzuhalten.
Alles läuft also hervorragend in Treviso: Die Geschäfte machen mehr Umsätze, Don Antonio kann seine Schäfchen bald in verschiedenen Sprachen zum Gottesdienst willkommen heißen und für seine Schwester bahnt sich etwas an, mit dem sie in ihrem Alter wahrlich nicht mehr gerechnet hätte.
Es könnte alles perfekt sein... wären da nicht die Briefe vom Vatikan, in denen der Besuch eines Abgesandten angekündigt wird. Zur Prüfung des Wunders von Treviso.

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Mein Eindruck:
Schon bei Vorablesen haben mir die ersten Kapitel ausgesprochen gut gefallen. Das Buch liest sich locker, lustig und hat trotzdem eine sehr schöne Sprache. Die einzelnen Persönlichkeiten der Dorfbewohner sind absolut liebenswert und ich persönlich habe mir ein Happy End für alle von ihnen gewünscht, auch wenn das zu vielen Zeitpunkten eher unwahrscheinlich schien. 
Mir hat das Buch vor allem wegen des nachvollziehbaren Verlaufs der Geschichte gefallen. Niemals driftet das Ganze ins Absurde ab, obwohl allein die 'Erfindung' eines Wunders darauf schließen lassen könnte.

Mir hat das Buch sehr viel Freude und Schmunzeln bereitet. Leichte Lektüre, die sehr viel Spaß macht!


Mittwoch, 8. Juni 2011

°.: Audiobook - Das Labyrinth der Wörter :.°

Marie-Sabine Roger: Das Labyrinth der Wörter, Audiobook, Hoffmann und Campe, 15.00€

Germain Chazes lebt in der Vorstellung die seine Mutter für ihn geschaffen hat. Von Anfang an war ihr das Kind ein Dorn im Auge. Als Dummkopf beschimpft von der eigenen Mutter hat Germain nie daran gedacht, über den Rand seiner kleinen Welt hinaus zu sehen. Diese besteht aus Treffen zum Feierabendbier mit seinen Freunden, Frauengeschichten und seinem Beruf. 
Das ändert sich, als zwei starke Frauen in sein Leben treten und seine Sicht auf das Lernen, das Leben und sich selbst vollkommen verändern: Zuerst ist da Annette, die Germain zeigt, dass es zwischen Mann und Frau nicht nur um Sex, sondern auch um Gefühle gehen kann. Und dann Margueritte, die Germain gern als seine Großmutter adoptieren möchte. Sie hat er im Park auf einer Bank kennen gelernt. Zuerst zählen sie zusammen tauben, unterhalten sich bald über die Bedeutung der Wörter, ihrer Rolle im Leben und schließlich lesen sie sich Geschichten vor. Etwas, das Germain sich nie hätte vorstellen können. 

Meine Meinung:
Die Idee der Geschichte hat mich angesprochen. Bereits als das Buch gebunden auf den Markt kam, habe ich mich wegen des Covers und des Klappentextes dafür interessiert. Grundsätzlich finde ich die Erzählung auch gut. Was mich allerdings gestört hat und hauptsächlich dafür sorgt, dass ich das Buch nicht gut bewerte, ist die Sprache. 
Natürlich sehe ich ein, dass Germain ungebildet ist, sich in einer Schicht bewegt, die nicht dazu beiträgt, dass seine Sprache sich verfeinert, aber deswegen muss doch sein Vokabular nicht derart herunter geschraubt werden. Ich hätte ihm seine etwas naive Art wohl eher abgekauft, wenn er nicht so derb dargestellt worden wäre. Im Bezug auf seine Wandlung, in der er sich für Camus zu interessieren beginnt, wäre es anders sogar glaubhafter gewesen.
Wahrscheinlich liegt meine schlechte Bewertung auch daran, dass mir die Hörbuchbearbeitung nicht gefallen hat. Die Stimme passte genau ins grobschlächtige Bild.
Ich habe das Audiobook zwar zuende gehört, aber für mich ist es leider kein Tipp. Vielleicht als Buch, in dem man sich die Stimme selbst denken kann.

Von mir nur einen Stern.

Dienstag, 7. Juni 2011

°.: Lesen - Leseeindruck: Das Wunder von Treviso :.°

Susanne Falk: Das Wunder von Treviso, 
Kindler Verlag
erscheint am 15.7.2011

Nach einiger Zeit habe ich mal wieder auf "vorablesen.de" vorbei geschaut und mir die pdf-Datei zu "Das Wunder von Treviso" zu Gemüte geführt. Ich hatte schon vorher Gutes zu diesem Roman gehört und kann sagen, dass die Leseprobe mich sehr neugierig macht.

Zuerst zum Cover: Von der Aufmachung her hat mich das Buch nicht unbedingt angezogen. Auf den ersten Blick fiel es für mich in die Kategorie: "Gezwungen witzige Erlebnisse im fremde-Kulturen-Dschungel". Ich finde, für die Stimmung des Buches hätte man sich auch ein etwas aufwändigeres Cover aussuchen können. Auch die Sprache entspricht nicht dem, was ich normalerweise bei dieser Aufmachung vermuten würde. Ich würde sagen: Der Inhalt erfüllt mehr, als die Verpackung verspricht.

Erster Leseeindruck: Mir gefällt die Art der Beschreibungen. Angefangen bei der Szene in der Oper, bei der ich den kleinen, gelangweilten Jungen richtig vor mir gesehen habe, als er versuchte, seiner Schwester die Haare mit einem Kaugummi an den Sessel zu kleben. Die Gedankenwelt der Nonna ist ebenfalls köstlich beschrieben und die plötzlichen Kertwenden im Erzählstrang regen sehr zum Schmunzeln an. Besonders gut hat mir der Schluss des Einstiegs gefallen, der (hoffentlich) auf ein späteres Ereignis im Buch hinweist.

Die kleinen, netten Details bleiben auch bei der Beschreibung des Dorfes vorhanden. Die Bilder sind sehr schön gewählt und lassen die Umgebung vor dem inneren Augen absolut zuverlässig entstehen. Mir gefiel das charmante Dörfchen auf Anhieb. Vor allem der Laden mit den uralten Kalendern. Das wäre ein Photo während des Italienurlaubs auf jeden Fall wert gewesen.

Was der Plan des Pfarrers ist, um die Gemeinde wieder auf die Landkarte zu bringen, ist sofort klar. (Wird auch im Klappentext klar vorgestellt.) Aber gerade die Andeutung mit der Herdplatte, an der er sich später verbrennen wird/könnte, macht es wieder spannend.

Ich persönlich würde das Buch sehr gern lesen, weil mir der Schreibstil gefällt und es mich interessiert, ob aus der Geschichte wirklich etwas Mitreißendes gebaut wird. Ich könnte mir leider auch vorstellen, dass die Idee bald verbraucht ist und sich im Sande verläuft.

Donnerstag, 26. Mai 2011

°.: Leben - banana-free :.°


Lord! when you sell a man a book you don't sell just twelve ounces of paper and ink and glue - you sell him a whole new life.  Love and friendship and humour and ships at sea by night - there's all heaven and earth in a book, a real book.  ~Christopher Morley

PS: My job is so amazing! :D