Seiten

Montag, 29. November 2010

Marotte Figurentheater - Swing and Puppets

Zugegeben, mein Einstieg war ein bisschen hart.
Nach Jahren, die ich mich in keinster Weise mit Figurentheater beschäftigt hatte und mein Vorwissen auf der Augsburger Puppenkiste beruhte, habe ich mich gleich einmal an die Interpretation von "Schlafes Bruder" gewagt. Noch dazu nach einer stressigen Arbeitswoche an einem Freitag Abend. Raus aus dem Laden, rein in die Straßenbahn und dann zum gemütlichen Marotte Figurentheater. Der Raum hatte es mir gleich angetan, mit seinen gemütlichen, roten Klappsesseln, der Wanddeko und dem Flair eines etwas zu groß geratenen Wohnzimmers. Es war warm, es war dunkel ... und der Stoff leider zu schwierig, um in meinem Zustand zu folgen. Irgendwann wurde es so schlimm, dass ich mit Scham gestehen muss, eingeschlafen zu sein. Aber naja, das lag nicht unbedingt an dem Puppenspieler, der beeindruckende 1 1/2 Stunden Text auswendig gelernt (und teilweise herunter geleiert oder gehaspelt) hatte, sondern an meinem Zustand. Die Puppen waren toll, großartig auf das Stück abgestimmt. Leider hat das den düsteren Eindruck so verstärkt, dass ich mich mit dem Text nicht anfreunden konnte.
Wie gesagt, ein harter Start.
Deshalb hatte ich mir für meinen zweiten Besuch beim Puppentheater zwei Alternativen heraus gesucht. Allerdings passt die Umsetzung des Bilderbuchs "Mama Muh" dann nicht ganz in meinen Zeitplan und ich landete bei "Swing and Puppets". Wobei 'Swing' von zwei Herren (einer am E-Klavier, der andere an Klarinette, Saxophon und Rhythmusei) und 'Puppets' von einem Mitglied des Marotte-Theaters vertreten wurde. Etwas irritierend für den Nicht-Kenner (wie ich einer bin), war es am Anfang, dass die beiden Parteien sich nicht wirklich abgesprochen zu haben schienen. Es wurde während des Auftritts diskutiert, was als Nächstes zu tun sei. Wie gesagt, etwas seltsam, aber bald nicht mehr so wichtig. Mit Swing wurde angefangen, mit Puppets fortgefahren. Und am Ende konnte man sogar beides in Kombination bewundern.
Ich habe etwas über Klappmaul-Puppen gelernt, mit gemütlich bei Swing-Klängen zurück gelehnt und den Mars-Riegel bedauert, der einer Reanimation bedurfte, nachdem man ihn halb angegessen hatte. Mit Witz und Charme. Wobei ich zugeben muss, dass der Puppenspieler die beiden Musiker gegen Ende an die Wand gespielt hat. Gute Unterhaltung, die mich auf jeden Fall wieder (und diesmal mit besserer Erwartungshaltung) zur Marotte ziehen wird.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen